Warum Koblenz auf keiner Wohnmobiltour im Südwesten fehlen sollte

Warum Koblenz auf keiner Wohnmobiltour im Südwesten fehlen sollte

1. August 2022 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Die Mosel ist ein Wohnmobil-Paradies und touristisch sowieso sehr attraktiv. Eine sehenswerte Stadt mit hohem Erlebniswert direkt an Mosel und Rhein ist Koblenz. Nur das mit dem Wohnmobilstellplatz in Koblenz ist ein bisschen verzwickt. Wir geben dir Orientierung.

Die Mosel ist eines der Top-Ziele für den Wohnmobilurlaub in Deutschland. Und Koblenz mit seiner romantischen Altstadt und der Lage an Rhein und Mosel sollte bei einem Besuch der weinseligen Gegend nicht fehlen. Wenn du in der Saison unterwegs bist, wird dir allerdings auffallen, dass das mit dem Wohnmobilstellplatz in Koblenz nicht ganz leicht ist. Denn die Nachfrage ist weit höher als das Angebot.

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Koblenz ist Touristenziel

Dass die Stadt eines der Top-Touristenziele in Deutschland ist, kommt nicht von ungefähr. Die größte Festungsanlage Europas thront über der Stadt, das riesige Reiterstandbild des Kaisers Wilhelm wacht über die einmalig schöne Mosel-Mündung. Kreuzfahrtschiffe machen hier Station und Heerscharen von Bustouristen bevölkern im Sommer die Alstadt. Und auch, wer mit seinem Wohnmobil sonst einen Bogen um größere Städte macht, kommt in Koblenz auf seine Kosten.

Durch ihre zwei Flüsse hat die Stadt wunderschöne Uferpromenaden an Rhein und Mosel. Gepflegte Parkanlagen in der Stadt und auf der Festung Ehrenbreitstein laden zum ausgedehnten Spaziergang ein. Dazu kommt die bezaubernde Fahrt mit der Gondelbahn über das Weltkulturerbe Mittelrhein. Die Frage, die sich der geneigte Wohnmobilist stellen wird: Wohin nur mit dem sperrigen Fahrzeug? Denn wer eine Stadt besucht, will ja abends am liebsten auch noch ohne großen Aufwand dort bleiben.

Wohnmobilstellplatz Koblenz: zwei zur Auswahl

Nun, einen Wohnmobilstellplatz hat Koblenz, genau genommen sogar zwei. Wenig romantisch gelegen präsentiert sich der zweckmäßige städtische Platz im Stadtteil Wallersheim. Wer von hier aus zu Fuß zum Deutschen Eck gelangen möchte, muss schon sehr lauffreudig sein. Gut 40 Minuten sollte man veranschlagen, die Fahrt mit der kleinen Fußgängerfähre Liesel ist hier schon eingeschlossen. Sie fährt zwar oft, aber nicht immer. So kann es zum Beispiel im Sommer passieren, dass der Flusspegel zu niedrig ist. Mit dem Fahrrad bewältigst du die Strecke vom Wohnmobilstellplatz Koblenz bis zur Moselmündung in ungefähr einer Viertelstunde.

  • Koblenzer Moselufer am Abend
  • Blick vom Deutschen Eck auf die Moselmündung
  • Blick vom Kaiserdenkmal auf St. Kastor
  • Jesuitenplatz Koblenz
  • In Koblenz
  • Stattstrand Koblenz
  • Kowelenzer Schängel
  • Sankt Kastor Koblenz
  • Auf dem Wohnmobilstellplatz Koblenz

Wesentlich zentraler gelegen, aber auch kleiner ist der Wohnmobilstellplatz vor dem Knaus Campingplatz direkt gegenüber dem Deutschen Eck. Von hier aus kannst du bequem dem Kaiser Wilhelm auf seinem Sockel zuwinken, wenn, ja wenn du einen Platz bekommst. Wir können aber sagen: es ist nicht unmöglich. Wir haben es selbst ausprobiert. Am Samstagmorgen, mitten im Sommer, haben wir unser Glück probiert und konnten kaum glauben, dass wir sofort hier einparken konnten.

Der frühe Vogel fängt den Platz

Der Trick ist, so zwischen neun und zwölf Uhr zu erscheinen. Denn eigentlich fährt hier immer jemand weg, da die Verweildauer auf maximal drei Tage beschränkt ist. Verlassen muss man den Platz bis 12.30, sodass es danach schnell wieder voll wird. Wer später kommt, kann unter Umständen auf den Campingplatz ausweichen, der allerdings auch kein Schnäppchen ist. Hier lässt sich natürlich im Vorfeld auch eine Parzelle reservieren. Auf dem Stellplatz ist das nicht möglich.

Dieser Wohnmobilstellplatz in Koblenz ist nicht billig: für 19,50 Euro (Stand: August 2022) pro Nacht ist zwar der Strom und die Entsorgung inklusive, die Nutzung der Sanitäranlagen auf dem benachbarten Campingplatz kostet aber extra. Dafür aber liegt der Platz sehr zentral (wenn die Fähre fährt) und phantastisch direkt an der Mosel mit Blick auf das Deutsche Eck, den Rhein und die Festung Ehrenbreitstein. Relativ ruhig ist es hier auch, wenn man mal davon absieht, dass in einer lauen Sommernacht der eine oder andere angeheiterte Zeitgenosse etwas lauter wird.

Frei stehen ist schwierig

Falls du versuchen willst, in Koblenz frei zu stehen: das ist eher schwierig. Ein paar Plätze sind bei Park4Night zu finden. Die sind aber in der Regel wenig zentral. Keine gute Idee ist es, mit dem Wohnmobil in der Stadt parken zu wollen. Der Parkraum ist hier ohnehin knapp und für sperrige Fahrzeuge erst recht problematisch. Wer will, kann natürlich auf auf Camping- oder Stellplätze in der Umgebung ausweichen, zum Beispiel ins benachbarte Lahnstein oder nach Boppard oder Braubach.

Auch hier gilt aber während der Saison oft Ausnahmezustand, denn das Mittelrheintal ist ausgesprochen beliebt. So musst du zum Beispiel sehr viel Glück haben, um auf dem stark frequentierten Wohnmobilplatz in Lahnstein noch ein Eckchen zu ergattern. Er liegt direkt an der Lahnmündung und nah an einige schönen Lokalen, sodass er nicht nur im Sommer sehr beliebt ist. So ähnlich ist es auch auf den Campingplätzen. Von all diesen Orten aus kannst du bequem mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Koblenz fahren.

Stadtbummel in Koblenz

Nun aber noch ein paar Worte zur Stadt Koblenz selbst. Wenn du einen Wohnmobilstellplatz in Koblenz ergattert hast, solltest du dir ausreichend Zeit für einen Stadtbummel nehmen. Auch wenn die Stadt im zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, gibt es auch heute noch eine romantische Altstadt mit viel Flair. Hier flanierst du vorbei an kleinen individuellen Läden und schönen Cafés und Restaurants. Wenn du von hier aus weitergehst zum Deutschen Eck, kommst du unter anderem an der uralten Kirche St. Kastor vorbei. Hier hatten schon die Römer ein Kastell und eine Kirche gab es an dieser Stelle schon im neunten Jahrhundert.

Ein Besuch beim riesigen Reiterstandbild des Kaisers Wilhelm darf bei keinem Koblenz-Besuch fehlen. Du kannst die Stufen bis fast an die Füße des Pferdes erklimmen und genießt von hier aus einen wunderschönen und kostenfreien Ausblick auf die Moselmündung. Deutsches Eck heißt es hier übrigens nicht, weil es eine besonders deutsche Ecke ist. Hier war früher der so genannten Deutschorden beheimatet, der der Ecke den Namen gab.

Fahrt mit der Seilbahn

Wenn du ein wenig rheinaufwärts gehst, kommst du zur Talstation der Gondelbahn, mit der du zur Festung Ehrenbreitstein fahren kannst. Wenn du schöne Aussicht magst, solltest du dir dieses Erlebnis nicht entgehen lassen, denn von der Festung aus genießt du einen besonders schönen Blick auf das historische und neue Koblenz. Während der Saison bilden sich allerdings an der Seilbahn lange Schlangen, sodass das Ausweichen in die Morgen- oder Abendstunden eine gute Idee sein kann.

Auch Shopping-Wütige kommen natürlich in Koblenz auf ihre Kosten. Die innerstädtischen Einkaufszentren Löhr-Center und Forum Mittelrhein sowie die Löhrstraße und die gesamte Fußgängerzone bieten ein großstädtisches Angebot an Läden für jeden Geschmack. Die vielen Plätze mit ihren Einkehrmöglichkeiten laden zu ausgedehnten Pausen ein. Und wenn du chillige Strandatmosphäre magst, kannst du im Sommer am Moselstrand „Stattstrand“ Karibikflair genießen, dafür musst du allerdings die Innenstadt verlassen.

Kowelenzer Schängel, ein sympathischer Kerl

Was du auf keinen Fall verpassen solltest, ist auch der Schängel. Das ist fast so etwas wie das Maskottchen der Koblenzer oder Kowelenzer. Wer in Koblenz geboren ist, nennt sich nämlich so. Den leibhaftigen Schängel kannst du auf dem Willi-Hörter-Platz treffen, das ist gleich neben dem Jesuitenplatz. Aber: wer ist eigentlich dieser Schängel?

Während der Zeit der französischen Besatzung gab es durchaus Kontakte zwischen den französischen Soldaten und den Koblenzer Mädchen. In manchen Fällen bekamen sie in der Folge Kinder, was natürlich zur damaligen Zeit unschicklich war. Die unehelichen Söhne nannte man gern „Schang“, das stand für den französischen Vornahmen Jean. Und der kleine Jean, das war eben der Schängel, ein echter Lausbub, der für so manchen Streich zu haben war. Ihm ist die Schängel-Figur gewidmet, die die Koblenzer so sehr in ihr Herz geschlossen haben. Schau mal bei ihm vorbei und erfahre, welche Streiche er bis heute so spielt.

Übrigens: bei einer Stadtführung durch das historische Koblenz wirst du diese und noch viele andere Geschichten aus dem alten Koblenz hören. Ich wollte dich hier ja nur etwas neugierig machen. Vielleicht hast du ja jetzt Lust bekommen, auf eine Reise nach Koblenz mit deinem Wohnmobil.

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