Goldener Oktober im Nahe-Land

Goldener Oktober im Nahe-Land

15. Oktober 2018 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Eigentlich wollten wir ja zu Hause bleiben und uns um so einiges kümmern. Aber der Wetterbericht hatte sonniges und warmes Wetter versprochen und so zog es uns hinaus. Nachdem wir dieses Jahr schon zwei Mal an der Mosel waren, wollten wir die Nahe-Region unsicher machen. Das bedeutet für uns gut eine Stunde Anfahrt und dann entspanntes Genießen. Wie in allen Wein-Gegenden ist es natürlich an der Nahe gerade im Herbst besonders schön. Ein Wochenende war auf jeden Fall zu kurz, um wirklich alles zu erkunden. Von daher heißt es für uns: das war nicht unser letzter Kastenwagen-Trip an die Nahe.

Wohnmobil-Entwicklungsland Nahe-Region

Aber von Anfang an. Weil wir wussten, dass wir im Dunkeln ankommen würden, hatten wir uns im Vorfeld einen Stellplatz in Bad Kreuznach angeschaut, der unser erstes Ziel werden sollte. Wer will schon nachts nach einem schönen Schlafplatz suchen? Der Wohnmobil-Stellplatz im Salinental in Bad Kreuznach ist so weit ok. Unser Lieblingsplatz wird es aber nicht. Insgesamt gibt es in der Gegend nicht sehr viele Stellplätze. Die rechtzeitige Suche nach einem Übernachtungsplatz ist deshalb Pflicht.

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Gut ist, dass gleich nebenan ein Brauhaus ist, in dem wir auch sofort nach unserer Ankunft einkehrten. Das Essen war ok, das Bier war sehr lecker. Gestärkt und ganz schön müde fielen wir nach diesem Nahe-untypischen Abendessen ziemlich bald in Schlaf. Nahe-untypisch deshalb, weil Bier hier nicht unbedingt zu den angesagtesten Getränken gehört. Wein wäre eher üblich.

Enger Stellplatz im Salinental

Auf dem Stellplatz in Bad Kreuznach ist es ziemlich eng. Wer gegen Kuschel-Camping allergisch ist, muss diesen Platz unbedingt meiden. Für uns war es für eine Nacht ok. Auch wenn der Platz direkt an der Nahe liegt, sieht man die Nahe fast gar nicht. Dichtes Gebüsch trennt den Platz vom Fluss. Und die wenigsten Plätze liegen direkt an der Nahe. Das war für uns ein Minus, weil wir gern am Wasser stehen. Was mich persönlich aber am meisten gestört hat, war, dass der Platzwart im Prinzip nie da ist.

Bei ihm muss man bezahlen und auch Brötchen vorbestellen (das wussten wir bei unserer Ankunft aber nicht). Er ist nur jeweils eine halbe Stunde vormittags und am Nachmittag vor Ort. Hat man ihn verpasst, bekommt man auch keine Brötchen. Das ist deswegen schlecht, weil der nächste Bäcker fast zwei Kilometer weit weg ist. Wir hatten geglaubt, wir könnten beim Platzwart morgens entspannt ein paar Brötchen kaufen und dann gemütlich frühstücken.

Als sich herausstellte, dass es keine Brötchen ohne Vorbestellung gibt, schwang ich mich aufs Fahrrad und holte wirklich empfehlenswerte Brötchen in Bad Münster am Stein in der Bäckerei Kohl. Dafür muss man nur gut zehn Minuten an der Nahe entlang fahren. Gestärkt ging es nach dem Frühstück per Fahrrad ins knapp drei Kilometer entfernte Zentrum von Bad Kreuznach. Ein Fahrrad ist hier wirklich wichtig, denn das Parken mit Kastenwagen oder Wohnmobil ist in Bad Kreuznach nicht ganz leicht. Man kann gut das Fahrzeug auf dem Stellplatz stehen lassen und die ebene Strecke in die Stadt auf zwei Rädern zurücklegen.

Blick auf Bad KreuznachBrückenhäuser Bad KreuznachSalinental Bad KreuznachBrückenhäuser Bad KreuznachWohnmobilstellplatz SalinentalDizZy auf dem Wohnmobilstellplatz Bad KreuznachNaheufer Bad KreuznachAuf der Nahe, Bad KreuznachBrückenhaus Bad KreuznachRheingrafensteinDer Rotenfels

Bad Kreuznach für Anfänger

Genau das haben wir gemacht. Bei herrlichem Sonnenschein brachen wir zur Stadterkundung auf. Eine schöne kleine Tour am Wasser entlang, dekoriert mit Herbstlaub in allen Farben. Bad Kreuznach selbst glänzt mit einer stimmungsvollen Altstadt. Die Brückenhäuser gehören genauso dazu wie das so genannte Klein Venedig. Auch wenn der Vergleich mit Venedig vielleicht zu hoch gegriffen ist, schön ist es allemal. Unsere Bilder vermitteln euch vielleicht einen Eindruck der zumindest am Samstag Vormittag sehr geschäftigen Stadt. Na klar, auch hier gibt es Schmuddelecken. Aber insgesamt lohnt sich der Besuch des Nahe-Städtchens auf jeden Fall.

Eine weitere Attraktion der Region ist der Rotenfels, der außerhalb von Bad Münster am Stein zu finden ist. Auch er ist vom Wohnmobilstellplatz im Salinental sehr gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Eine riesige eindrucksvolle Steilwand türmt sich dort gleich am Nahe-Ufer auf. Mit dem Fahrrad bekommt man einen guten Eindruck davon. Von der kleinen Brücke über die Nahe aus hat man einen doppelt sehenswerten Ausblick: auf der einen Seite sieht man den Rotenfels. Und wenn man sich umdreht, kommt die Festung Rheingrafenstein in den Blick. Ein schöner kleiner Ausflug, der natürlich auch ohne Fahrrad funktioniert. Ein Bergsteiger muss man dafür nicht sein, denn der Weg ist vollkommen eben. So kann man hier auch getrost das E-Bike zuhause lassen, falls man eines hat.

Auf ins Nahe-Land

Eigentlich wollten wir ja noch eine zweite Nacht in Bad Kreuznach bleiben. Aber inzwischen hatte ich von einer alten Freundin einen Tipp per Facebook erhalten. Sie empfahl uns Wallhausen. Zurück bei DizZy im Salinental beschlossen wir kurzerhand, noch das etwas höher gelegene Nahe-Land zu besuchen. Weil wir nicht auf die Anwesenheit des Platzwartes warten wollten, brachten wir einen Umschlag mit dem Geld für die Übernachtung in den Briefkasten des Platzwartes und hoffen, damit alles richtig gemacht zu haben.

Weiter ging es nach Wallhausen. Dort versuchten wir, einen Stellplatz im Ort für DizZy zu finden. Das gelang uns leider nicht. Aber oberhalb von Wallhausen wurden wir fündig: ein Wanderparklatz hatte es uns angetan. Fast 360 Grad Rundumblick hinein in den goldenen Oktober tat sich direkt vor unserer Schiebetüre auf. Da wollten wir nur noch die Füße hochlegen und genießen. Zum Glück hatten wir Tortellini und genügend Rotwein dabei, um diesen Abend zu einem mehr als goldenen Hochgenuss zu machen. Und genau das taten wir auch. Nach Einbruch der Dunkelheit ging es noch an die Spielerunde, aber schon bald wurden die Augendeckel schwer… Ob das am Wein gelegen hat???

Am Johannisberg WallhausenAuf dem Johannisberg WallhausenBlumenBlick vom Johannisberg, WallhausenBlick vom Johannisberg, WallhausenBlick vom Johannisberg, WallhausenBlumen

Am nächsten Morgen leistete unser Camping-Toaster Schwerarbeit. Denn unser Rundum-Panorama wollten wir für das Beschaffen des Frühstücks nicht verlassen. Wir hatten schon am Samstag mit Brötchen vorgesorgt, die nun dankbare Abnehmer fanden. Danach ging es auf einen Sonntags-Spaziergang rund um den Johannisberg. Durch die Weinberge hinunter nach Wallhausen. Ein verträumter Ort, der von den Winzern sehr vorbildlich mit allerhand Leben erfüllt wird. Wir werden wiederkommen!

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