Abendstimmung auf der Edersee-Alm

Sommerfrische am Edersee

Ein warmes und sommerliches Wochenende stand bevor. Und weil wir wissen, wie heiß es an solchen Tagen in den Tälern der Mittelgebirge werden kann, wählten wir ein Ziel, das für etwas Abkühlung sorgen sollte: den Edersee. Mitten im waldreichen Norden Hessens ist dieser Stausee eine willkommene Abwechslung im Sommer. Für uns bedeutet das ungefähr zwei Stunden Fahrt. Und wer aus dem Rhein-Main-Gebiet startet, braucht ebenso lang. Er kann dann der Hitze von Frankfurt, Wiesbaden oder Mainz schnell entfliehen. Der Edersee ist also wie geschaffen für ein entspanntes Wochenende mit dem Wohnmobil oder Kastenwagen. Wer in Kassel, Göttingen oder auch Erfurt wohnt, hat es auch nicht weit.

Okay, der Edersee ist jetzt nicht so ein touristisches Highlight wie manch anderes Ziel. Aber er bietet eine Menge Abwechslung für ein ruhiges Wochenende. Und wer gern wandert, Rad fährt oder paddelt, ist hier auf jeden Fall richtig. Kulturelle Höhepunkte sollte man nicht erwarten. Wohl aber wunderschöne Natur. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee reicht bis ans Edersee-Ufer. Hier lässt es sich herrlich wandern. Wandern war dieses Wochenende nicht unser Ziel. Die Räder sollten uns dazu dienen, die Gegend zu erforschen.

Mit dem Wohnmobil am Edersee

Eins vorweg: es gibt zwar eine Reihe von Camping- und auch Wohnmobilstellplätzen am Edersee. Aber wenn man sie vergleicht, wird man kaum an der Edersee-Alm vorbeikommen. Sicher, es gäbe auch die eine oder andere Möglichkeit zum frei Stehen (bitte nur außerhalb des Nationalparks!). Aber… Die Aussicht vom Wohnmobilstellplatz Edersee-Alm sucht ihresgleichen. Hier hat man einige Terrassen in den Hang gehauen und es für Wohnmobilisten leicht gemacht, den Edersee zu genießen. Dass es auch noch Gastronomie gibt, ist ein weiterer Pluspunkt. Denn in der nächsten Umgebung gibt es eigentlich sonst nicht viel.

Blick über den Edersee auf die Edersee-AlmHerrlich retro: die Seilbahn nach WaldeckSeilbahn nach WaldeckGondel der Seilbahn nach WaldeckIn Waldeck hoch über dem EderseeDie Edersee-StaumauerSchloss WaldeckHier legt die Edersee-Fähre abSchloss WaldeckAbends auf der AlmAbendstimmung auf der Edersee-Alm

Unsere sportlichen Ambitionen für diesen sommerlichen Samstag waren nicht sehr hoch gesteckt. So erkundeten wir nur den halben See. Man könnte ihn auch relativ bequem an einem Tag mit dem Fahrrad umrunden. Das sind gut 50 Kilometer. Wir wählten die Version für Faule und machten nur die Hälfte. Obwohl es keine Brücke über den See gibt, war das kein Problem. Denn ungefähr in der Mitte gibt es eine kleine Fähre für Fußgänger und Radfahrer. Die sorgt dafür, dass auch weniger Geübte kein Problem haben sollten, diese angenehme Umgebung per Fahrrad zu erforschen.

Radtour rund um den Edersee

Meist fährt man im schattigen Wald, fast nie bergauf (und wenn, dann nur ganz kurz). Man muss also kein Ironman sein, um diese Tour zu genießen. Wir machten einen kleinen Abstecher ins 200 Meter höher gelegene Waldeck – per Seilbahn. Auch wenn wir festgestellt haben, dass in Waldeck die Zeit ungefähr in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts stehen geblieben ist: der Ausflug lohnt sich allein schon wegen der Seilbahn aus dem Jahr 1961. Die ist richtig schön retro.

Waldeck ist ein beschauliches Örtchen. Es gibt ein paar Restaurants und natürlich das sehenswerte Schloss Waldeck, das ein Hotel und ein Museum beherbergt. Wir begnügten uns mit dem Ausblick auf das Schloss (das man übrigens auch sehr gut von der Edersee-Alm aus sieht) und kehrten mit der Seilbahn zurück zu unseren Fahrrädern.

Weiter ging es zur wirklich imposanten Edersee-Staumauer aus der Kaiserzeit. Sie ist zwar an sich ein reiner Zweckbau, aber Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts verstand man es dennoch, sie schön zu gestalten. So ist sie gekrönt von drei kleinen Häusern, durch die man hindurchgeht. Abends ist sie übrigens bunt beleuchtet, aber das konnten wir von unserem Stellplatz am anderen Ende des Sees leider nicht sehen.

Sommerfrische mit dem Clever Kastenwagen

Eine Pause am Ende der Mauer und eine Einkehr machten uns fit für den Rest der Tour. Auf der Nationalpark-Seite des Sees geht es mit dem Fahrrad auf Schotterwegen direkt am See entlang. Kein Autoverkehr macht das Radeln hier zum Genuss. Immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf den See. Das ist auch für wenig Geübte und für Kinder eine schöne Tour.

Wir waren dennoch nicht böse darum, schon am Nachmittag wieder auf der Alm zu sein. Der traumhafte Ausblick bei Kaffee und Plätzchen war einfach zu gut. Ein enspannter Abend und eine erholsame Nacht ließen uns am Sonntag entspannt aufwachen. Und natürlich schmeckte hier das Frühstück in der Sonne richtig gut. Wer also im Sommer auf der Suche nach der Sommerfrische ist: am Edersee gibt es viel davon!

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