Herbst in Venlo – mit einem Hauch von Sommer

Herbst in Venlo – mit einem Hauch von Sommer

28. Oktober 2021 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Wer nicht in Düsseldorf, Köln und Umgebung wohnt, hat vielleicht mal von Venlo gehört. Aber ein Ausflug mit dem Wohnmobil steht bei den Wenigsten auf der To-do-Liste. Zu Unrecht. Denn hier zeigen sich die Niederlande von einer äußerst angenehmen Seite. Ein Wochenende in Venlo ist ein richtig schöner Ausflug.

Die Provinz Limburg und damit Venlo ist für uns fast ein Katzensprung. Knapp 250 Kilometer trennen uns von hier, sodass das für uns an einem ganz normalen Wochenende gut zu schaffen ist. Und weil ein sonniges Oktober-Wochenende bevorstand, ging es los.

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Wochenende in Venlo am Yachthafen

Am späten Freitag-Nachmittag kamen wir auf dem Wohnmobilstellplatz am Yachthafen an, wo wir von einem äußerst freundlichen Hafenmeister empfangen wurden, der auch das Geld für unseren Stellplatz kassierte. Bereits um diese Zeit waren die Plätze hier recht gut gefüllt. Wer hierher fährt, sollte übrigens am besten ein Fahrrad dabei haben, denn der Yachthafen liegt in einem nur mäßig interessanten Industriegebiet.

  • Frühstücksmuffin in Venlo
  • Altstadt Venlo
  • Ausblick Yachthafen Venlo
  • Fußgängerbrücke in Venlo
  • Markplatz Venlo vor dem Rathaus
  • Yachthafen Venlo
  • Altstadt Venlo
  • Skulptur in Venlo

Beim Hafenmeister lassen sich aber auch Räder ausleihen. Und: ohne Fahrrad geht hier gar nichts. Wie man es von den Niederlanden erwartet, gibt es eine hervorragend ausgebaute Fahrrad-Infrastruktur. Beim Radeln muss man aber auch sehr, sehr aufmerksam sein, denn es gibt hier einen Rad-Verkehr, den man fast schon stressig nennen könnte.

Versorgungslage mäßig

Auch wenn es noch gar nicht spät war, wir verbrachten den Rest des Tages mit der Aussicht auf die Boote und die Maas, einem selbst produzierten Abendessen und ganz viel Ruhe. Für längere Abende haben wir immer ein paar Spiele dabei, das ist herrlich entspannend!

Worauf wir nicht gut vorbereitet waren, war die Tatsache, dass es hier in der Nähe keinen Bäcker gibt. Und vor dem Frühstück hatte bei drei Grad Außentemperatur keiner von uns Lust, zu einem Laden zu radeln. Unser äußerst kreatives Frühstück bestand dann aus Frühstücks-Muffins, die wir einem Rezept von 4 Reifen und 1 Klo zu verdanken haben. Die Zutaten dafür hatten irgendwie den Weg in unsere Küche gefunden. Die Aufbackbrötchen waren irgendwie zu Hause geblieben.

Angenehmer Stadtbummel in Venlo

So gestärkt ging es los in die Stadt. Obwohl hier absolut keine E-Bikes nötig sind, machten wir unsere Räder fertig. Es waren einfach die einzigen, die wir dabei hatten. Auf gut ausgebauten Wegen ging es in die Stadt, das dauert ungefähr eine Viertelstunde.

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es hier auch riesige Mengen von Fahrradständern gibt. Die allerdings sind auch wirklich gut gefüllt. Nicht auszudenken, was in Venlo los wäre, wenn all die Leute mit dem Auto unterwegs wären… Mit ihren gut 100.000 Einwohnern ist es keine kleine Stadt, obwohl – wie oft in den Niederlanden – die Altstadt eng, verwinkelt und irgendwie putzig wirkt.

Viele Backsteinbauten säumen die extrem saubere Innenstadt, in der es eine riesige Menge von Restaurants und Cafés gibt. Man kann sich treiben lassen bei einem Bummel durch individuelle und abwechslungsreiche Läden. Highlight am Samstag ist der Markt, der aus deutscher Sicht vor allem für seinen Käse, aber auch für spannende Backwaren und Würste einen Besuch lohnt. So oder so ist ein Wochenende in Venlo ein Erlebnis.

Samstags bei schönem Wetter schien die ganze Stadt auf den Beinen zu sein. Egal ob an der Maas oder in den Straßen, überall waren ganz schön viele Menschen unterwegs. Alle waren aber irgendwie alle super entspannt und gut gelaunt. Wir auch.

Mittags gönnten wir uns ein leckeres Essen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Es war kaum ein Platz zu bekommen. Kein Wunder, wenn man im Oktober einfach draußen im Sonnenschein sitzen kann. Übrigens: das Rathaus ist einen Blick wert, und nicht nur das. Der ganze Platz davor ist ein Ensemble aus rotem Backstein und einfach eine Augenweide.

Ein paar Ecken weiter sieht man moderne Architektur wie die fast gläserne Brücke über die Maas oder ein seltsam geformtes Hochhaus. Das Zusammenspiel von Alt und Neu funktioniert hier allerdings so gut, dass es ein insgesamt stimmiges Stadtbild gibt.

Was man in Venlo auf keinen Fall versäumen sollte, ist der Besuch im „deutschen Supermarkt“ namens 2 Brüder. Hier gibt es nicht nur eine Käse-Auswahl, die sich gewaschen hat. Fans niederländischer Spezialitäten kommen genauso auf ihre Kosten wie Schnäppchenjäger, die der deutschen Kaffeesteuer entgehen möchten. Kaffee kostet hier nur gut die Hälfte dessen, was man in Deutschland auf den Tisch legen muss.

Wir vertagten dieses Shopping-Highlight auf den Sonntag (ja, es ist sonntags geöffnet), weil wir keine Möglichkeit sahen, unsere gesammelten Einkäufe mit dem Fahrrad zu transportieren. Unser Samstag in Venlo verging wie im Flug. Ich denke, es wird nicht unser letzter Ausflug in die Region gewesen sein.

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