Von Torrevieja nach Águilas und weiter zum Mar Menor

23. Dezember 2018 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Ich war ja in Torrevieja etwas ängstlich… Dachte, es könnte uns vielleicht jemand überfallen. Schließlich waren wir von der Straße aus gut zu sehen. Die circa acht anderen Camper allerdings auch. Wir verrammelten also alle unsere Türen von innen und hatten eine wirklich sehr entspannte und ruhige Nacht. Verrammeln war total überflüssig. Morgens genossen wir unser Frühstück mit dieser traumhaften Aussicht. Von Torrevieja wollten wir auf jeden Fall ans Mar Menor.

Es hätte uns schlechter gehen können. Unser Ziel für diesen Tag war das Mar Menor, eine große Lagune nicht sehr weit südlich von Torrevieja. Nach dem Frühstücks-Genuss und den üblichen Spül- und Pack-Aktivitäten ging es gegen zehn Uhr los. Weit war es nicht nach San Pedro del Pinatar. Hier verbrachten wir einen super-entspannten Tag am Meer, hier eben Mar Menor genannt:

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Wir spazierten einfach ewig auf der scheinbar endlosen Promenade an zwei Stränden. Hier in San Pedro kann man zu anderen Jahreszeiten im sehr mineralhaltigen Schlamm mit hohem Salzgehalt baden. Das soll sehr gut für die Haut sein und kostet gar nix. Jetzt war es einfach zu kalt dafür. Schon der Test mit der Hand ergab: kaltes Wasser. So mussten Blicke genügen.

Mar menor – ein schönes kleines Meer

Wir checkten alle Lokale, um herauszufinden, wo das Menú del Día für uns das richtige sein könnte. Wir genossen den Sonnenschein. Mitten im Dezember reichte uns ein T-Shirt. Ein Cortado in einer Cafetería mit herrlichem Blick auf’s Meer. Das Leben kann so einfach sein.

Unser Mittagessen war unspektakulär, aber für uns in dieser Situation hervorragend. Um die Gegend besser kennenzulernen, fuhren wir noch nach Los Alcázares. Auch dort gibt es eine endlose und sehr schöne Uferpromenade. Auch hier spazierten wir noch endlos im Sonnenschein. Als wir davon genug hatten, ging es ans Einkaufen. Unsere Vorräte wollten aufgefüllt werden.

Schließlich landeten wir auf einem Parkplatz an der Marina von San Pedro. Hinter uns das Mar Menor, vor uns das offene Mittelmeer. Blick auf den Strand von einem asphaltierten Parkplatz aus. Dass nebenan im Restaurant die Party abging, geschenkt.

Es war dann eine etwas unruhige Nacht, aber das war nicht schlimm. Die Party von nebenan ging mindestens bis um zwei Uhr nachts. Ziemlich ausgeschlafen machten wir uns dennoch nach dem Frühstück auf nach… La Manga. Eigentlich wollten wir dort vielleicht auf dem Campingplatz ein paar Tage über Weihnachten bleiben. Der riesige Platz direkt an der Schnellstraße hat uns allerdings weniger begeistert. Er hatte eher etwas von Kleingarten-Kolonie und Hühnerkäfig. Wir verbrachten bestimmt eine Dreiviertelstunde damit, über den Platz zu laufen. Dann stellten wir fest: nichts für uns.

La Manga – Stehen im Sand

Also erkundeten wir einen Freistehplatz in der Nähe. Direkt am Strand. So weit, so gut. Wir standen ein bisschen dort und diskutierten, wie es weitergehen soll. Die vielen Hochhäuser in La Manga erschienen uns wenig attraktiv. So beschlossen wir, die Gegend in Richtung Mazarrón zu verlassen. Wenn wir es denn gekonnt hätten.

Offenbar war Micha ein bisschen zu weit an den Strand des Mar Menor gefahren. Beim Anfahren drehten sich die Vorderräder von DizZy richtig schön in den Sand hinein. Aber: wozu gibt es Auffahrkeile? Durch einen magischen Zufall waren sie im Laderaum und sollten jetzt als Sandblech für Arme herhalten. Der Sand lachte leise.

Als ein weiterer Campingbus aus Deutschland erschien, lief ich hin, um zu warnen. Fahrt nicht so weit…. Das taten sie dann auch nicht. Hielten in sicherer Entfernung an und schauten in die Landschaft. Machten auch keine Anstalten, uns zu helfen. Ein weiterer Camper kam, analysierte die Situation und verwies alle Anwesenden auf ihre Plätze, auch die inzwischen angerückten Neuankömmlinge. Ich war als Fahrerin auserkoren, alle anderen hoben DizZy vorn an, während ich Gas gab ohne Ende. Und dann freikam.

Vor lauter Begeisterung wäre ich fast rückwärts in ein Loch gefahren, aber alle schrieen und hielten mich davon ab. Glück gehabt! Wir bedankten uns bei den Helfern mit jeweils einer Flasche Wein und machten uns auf in Richtung Puerto de Mazarón. Dort angekommen nahmen wir ein vorzügliches Mittagessen am Hafen ein. Das dauerte bis in den Nachmittag hinein. Schließlich sind wir in Spanien.

Freisteher in Bolnuevo

Ein herrlicher Freisteh-Platz in Bolnuevo am Strand wartete auf uns. Seltsam nur, dass die Camper hier schon die (kostenlosen) Plätze gegenseitig reservieren. Immer schön in Reihe parken und niemandem seinen angestammten Platz streitig machen. Wir quetschten uns zwischen zwei größere Wohnmobile und erkundeten den Ort.

Auch hier: traumhaftes Panorama, Sonnenschein und Camperglück. Vor kurzem hatten wir noch per Facebook Kontakt mit Mandy. Und wer sprach uns genau hier an? Eben. Ein kurzer Plausch, bevor sie mit ihrer Begleitung zum Abendessen ging. An Abendessen mochten wir nach unserem Mittagsmenü nicht denken. Uns genügten ein paar Käsewürfel mit Rotwein zur untergehenden Sonne.

Um hier entspannt im Internet surfen zu können, hatte ich mir eine spanische Prepaid-Karte von Simyo geholt. Die konnte ich aber seitdem nicht aktivieren. Das ging nur in einem Carrefour in Águilas. Eigentlich wollten wir nicht weiter in Richtung Süden fahren, aber diese 50 Kilometer mussten dann auch noch sein. Ein Wunder geschah und der freundliche Mitarbeiter schaffte es in circa einer Stunde, die Karte zum Laufen zu bringen. Jetzt haben wir spanisches Internet zum Discount-Tarif.

Ein paar Einkäufe noch und dann ab nach Águilas auf den offiziellen WoMo-Stellplatz. Wir wollen etwas Wäsche waschen, dafür ist der sicher gut. Und, obwohl er neben der Tankstelle liegt, ist er besser als die meisten Plätze hier. Schön angelegt und einigermaßen ruhig.

Strand und mehr in Águilas

Águilas entpuppte sich als ein äußerst entspannter und total spanischer Ort mit diversen Stränden und – natürlich – einer schier endlosen Strandpromenade. Diesmal wählten wir für unseren Ausflug das Fahrrad. Und das war auch gut so. Highlight für uns an diesem Tag: die Cafetería Oranje. Torte, so weit das Auge reicht. Und jede Menge Leute, die sie aufessen. Wir auch!

Micha will morgen wieder hin. So oder so. Águilas ist eine Reise wert. Hoch über der Stadt ein Kastell, malerische Lage zwischen zwei Strandbuchten und Sonnenschein mitten im Dezember. Morgen bleiben wir hier. Und erzählen mehr davon.

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