Vom Regen in den Sonnenschein… weiter an die Costa de Almería

Vom Regen in den Sonnenschein… weiter an die Costa de Almería

23. Dezember 2019 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Unsere Reise geht weiter in Richtung Süden. Wir fahren von Villajoyosa bis nach Villaricos. Dazwischen: Regen, Sturm und Abenteuer.

Morgens nach dem Frühstück müssen wir erstmal etwas basteln. Offenbar tropft Wasser am Küchenwasserhahn hinunter in den Schrank. Volker kommt mit Werkzeug und Micha repariert das Ganze als Schlangenmensch. Neulich war erst der Wasserhahn ausgetauscht worden und der Warmwasserschlauch war wohl nicht richtig fest. Das Wasser war in einen Behälter mit Mehl gelaufen. Dort hatten wir jetzt schöne Schimmelpilze. Lieber im Behälter als im Schrank, dachten wir.

Werbung

Nach Entsorgung und ein bisschen Autowäsche folgt der Abschied von Volker und Marianne. Sie haben einfach mehr Zeit für ihren Urlaub und wir sind etwas schneller unterwegs als sie. So brachen wir auf. Dass die Fahrzeugwäsche sinnlos war… was soll’s? Der Regen macht kurze Zeit später eigentlich alles zunichte. Das Salzwasser, das von Wind gepeitscht wird, erledigt den Rest.

Regen, Sturm und Wind

Nun… es war frisch. Und bald fing es an zu regnen. Mehr oder weniger heftig. Wind gab es auch. Eher schon fast Sturm. Wir dachten, einen solchen Sturm könnten wir wohl am besten drinnen bei Kaffee und Spekulatius überleben. Ein bisschen schöne Aussicht wollten wir dabei auch noch. Allzu weit weg sollte es auch nicht sein.

Die Wahl fiel auf El Portús. Ein kleines Nest am Wasser, geschützt in einer Bucht. Dachten wir. In der Nacht war hier wohl relativ viel Wasser vom Meer ans Land gedrückt worden. Alles war etwas feucht. Geregnet hat es außerdem. Fast keine Menschenseele zu sehen. Wir stellen DizZy in gebührendem Abstand vom Strand, aber schon mit etwas Aussicht ab. Kochen Kaffee und verspeisen deutsche Lebkuchen. Das Wetter passt fast dazu. Aber so richtig werden wir mit der Szenerie nicht warm. Und fragen uns, was passiert, wenn wir hier mitten im Wind und nah am Wasser die Nacht verbringen.

Weiter: nach Puerto de Mazarrón

Das wollen wir dann doch nicht. Bis nach Puerto de Mazarrón ist es nicht weit, nur eine gute halbe Stunde durch die selbst bei diesem Wetter nicht unspektakulär wirkende Sierra de la Muela. An deren Ende Isla Plana. Eine große Ansammlung von Apartmenthäusern und sonst nicht viel. Gleich nebenan liegt schon Puerto de Mazarrón.

Dort kommen wir am späten Nachmittag am Hundestrand zum Stehen. Die Platzwahl ist prima. Rechts von uns eine Art Düne, die den Wind abhält. Und das ist auch nötig. Fauler Nachmittag. Micha will gar nicht mehr raus, während ich noch einen Spaziergang auf der Promenade mache. Der Regen hat aufgehört, aber insgesamt wirkt die Szenerie nordseeesk. Ich treffe einen spanischen Spaziergänger, der mir erzählt, dass ja kaum noch was vom Strand da ist. Stimmt. Er mag das Wetter nicht so, mich erinnert es ein bisschen an meine Heimat in Norddeutschland.

Wetter? Nordseeesk!

In Puerto de Mazarrón sind einige Restaurants geöffnet, in denen fröhliche Sonntagsausflügler das Wetter wegignorieren. Mit Weihnachtsmütze auf dem Kopf gelingt ihnen das spielend. Mir auch. So kalt ist es gar nicht mehr und trocken auch. Windig nach wie vor. Zum Glück ist unser Kühlschrank noch immer gut gefüllt, sodass uns Nudeln sehr gut schmecken. Der Abend klingt gemütlich aus.

Am nächsten Morgen sind wir froh, dass wir genug zum Frühstücken dabei haben, denn auf Läden in der Nähe sollte man hier zu dieser Zeit nicht zählen. Wir beschließen, einen entspannten Tag in der Nähe von Águilas zu verbringen. Wir haben gehört, der Stellplatz Tortuga Mora nördlich von Águilas soll gut sein. Die Lage ist zwar top. Und es gibt auch einen Chiringuito. So hoffen wir auf ein Mittagessen direkt am Strand.

Tortuga Mora… naja

Einchecken ist einfach, aber eher unkonventionell. Im Gegensatz zu anderen Stell- oder Campingplätzen muss man hier keinen Ausweis vorzeigen und kein Formular ausfüllen. Barzahlung ohne Beleg… Der Stellplatz, den man uns zuweist ist so… naja. Aber wir denken, egal, gleich geht es zum Chiringuito und wir schauen aufs Meer. Aber: der ist zu. Genauso wie das grüne Tor des Platzes.

Und den finden wir irgendwie etwas lieblos gemacht. Und ein bisschen ungepflegt. Auf Nachfrage sagt man uns, dass es im benachbarten Calabardina ein Restaurant geben soll. Also packen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub die Räder aus. Die haben unter ihrer Plane ganz schön gelitten.

Calabardina im Winter ist eher still

Gegen den Wind radeln wir ins tatsächlich nahe gelegene Calabardina. Dort sind aber die meisten Bürgersteige ziemlich fest hochgeklappt. Eine kleine Kinder-Weihnachtsparty auf einem Spielplatz bringt uns schließlich zum einzigen Restaurant am Platz. Dort nehmen wir Tapas und Bier von einem sehr freundlichen Wirt in Empfang. Der Tag nimmt eine eher positive Wende.

Trotz allem: der Charme Calabardinas erschließt sich uns nicht und die Gegend lädt nicht so richtig zu Unternehmungen ein. Wir kehren zurück auf den Stellplatz, auf dem wir uns ein bisschen eingesperrt fühlen. Egal… wir machen das Beste draus und verbringen den Rest des Tages lesend und mit einem ganz passablen Abendessen. Das Beste: die Aussichten für den nächsten Tag sind sonnig und warm.

Über Águilas an die Costa de Almería

Und das stimmt auch. Am nächsten Morgen lacht die Sonne und wir brechen ziemlich früh nach einem kurzen Frühstück in Richtung Águilas auf. Es ist Sonntag. Erster Stop ist San Juán de los Terreros. Erst ein Einkauf im Supermarkt, dann Erkundung des Ortes, der relativ belebt ist. Wir merken schnell, dass hier heute ein Markt stattfindet. Dort ergänzen wir unsere Einkäufe um frisch geschnittenen Jamón Serrano und sehr leckere Clementinen.

Micha möchte am liebsten gleich hier bleiben, aber ich dränge weiter in Richtung Carboneras. Dort angekommen, fahren wir fast mit DizZy hinein in den nächsten Straßenmarkt. Gerade noch rechtzeitig kann Micha an einer relativ ungeeigneten Stelle wenden und am Rande des Ortes zum Stehen kommen. Wir bummeln über den Markt und stellen fest, dass Carboneras viel besser ist, als wir es vom vergangenen Jahr in Erinnerung haben. Egal, ob mit oder ohne Markt.

Freistehparadies rund um Carboneras

Wir kehren noch zum Essen ein und beschließen, in der Nähe einen Freistehplatz zu suchen. Davon haben wir auf dem Weg hierher einige gesehen. Unterhalb einer verwunschen aussehenden Fabrikanlage finden wir einen von der Straße nicht einsehbaren Platz oberhalb eines kleinen Strandes. Der erscheint uns geeignet für die Nacht. Wir genießen noch ein wenig den Sonnenschein und schauen aufs Meer, solange das noch möglich ist.

Leider ist es in der Nacht sehr windig, sodass unser Schlaf ziemlich unruhig ausfällt. Wären wir doch nur näher an den rückwärtigen Hang gefahren. Die Aussicht hatte uns gelockt. Irgendwie schlafen wir dennoch ein…

Werbung