Kildwick: Trenntoilette – unsere Erfahrungen

Kildwick: Trenntoilette – unsere Erfahrungen

3. November 2025 4 Von Frauke von Clever unterwegs

Die Hersteller der Trenntoiletten versprechen viel Autarkie. Darüber hinaus soll das Trennklo auch noch keine Gerüche verströmen und vollkommen ökologisch sein. Stimmt das? Unsere Trenntoilette Erfahrungen im Einsatz zu Hause am Beispiel einer Trenntoilette von Kildwick. Die Erfahrungen sind gut übertragbar auf die Trenntoilette unterwegs beim Camping.

Sponsored Post Eins vorweg: bisher haben wir unsere Trenntoilette von Kildwick noch nicht unterwegs genutzt und werden das auch in Zukunft nicht tun. Das liegt daran, dass wir mit einem fix und fertig ausgebauten Clever Celebration aus dem Jahr 2018 unterwegs sind. Und da war das Chemieklo eben schon drin. Ein Umbau ist machbar, verlangt aber einen gewissen Einsatz. Und bevor wir den wagen, testen wir eben die Trenntoilette. Erfahrungen machen wir dabei genauso wie unterwegs. Wir könnten auch einfach einen Flexaport* nutzen. Das finden wir aber nicht so praktisch. Seit Frühjahr 2023 nutzen wir eine Trenntoilette von Perfect Van, die sich im fertig ausgebauten Kastenwagen bewährt hat. Für Selbstausbauer dagegen ist zum Beispiel die Trenntoilette von Kildwick eine gute Alternative.

Trenntoilette: Erfahrungen beim Aufbau

Kildwick hat uns den Bausatz einer Trenntoilette mit dem Namen EasyLoo zur Verfügung gestellt. Den muss man erstmal zu einer Trenntoilette machen. Dafür spart man natürlich einiges an Geld. Sieht man allerdings den Karton, der plötzlich vor der Haustür steht, denkt man, es sei bereits eine fertige Toilette drin. Beim Öffnen wurde ich eines Besseren belehrt.

Alle nötigen Teile sind da, die Holzteile für den Korpus liegen allerdings einzeln drin, gebündelt mit einer einfachen Banderole aus Karton. Darauf ein Aufkleber mit QR-Code, hinter dem sich die Bauanleitung verbirgt. Leider zeigt dieser Code nur auf eine Seite mit allen Bauanleitungen, auf der man sich sein Modell erstmal raussuchen muss. Wer will, druckt sich die Anleitung aus, ich habe sie einfach auf meinem Tablet geöffnet. Das spart Papier, das man ja hinterher eh nur wegwirft.

Nur die Ruhe vor dem Aufbau

Ganz ehrlich, als ich die Anleitung zum ersten Mal gesehen habe, hat mich der Mut verlassen. Ich dachte nämlich, dass ich das Ganze irgendwie nur zusammenstecken muss. Das ist nicht der Fall. Frustriert vertagte ich meine Bau-Aktion auf einen anderen Tag. Und da hatte ich dann richtig Lust. Ich muss dazu sagen: Holz ist nicht mein Element und ich war sehr skeptisch, ob ich das allein hinbekomme. Einziges benötigtes Werkzeug ist übrigens ein Hammer. Alles andere liegt dem Paket bei.

Zunächst habe ich alle Teile sortiert, mir die kleinen Nägel und den Leim zurecht gelegt und dann auf einer Decke auf dem Fußboden angefangen, das Ganze zusammenzubauen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ging es dann doch zügig voran und nach einer guten Stunde stand sie vor mir: meine Kildwick Trenntoilette.

  • Vor dem Aufbau: Einzelteile des Kildwick EasyLoo
  • Zwei Innenteile des Kildwick EasyLoo
  • Fertig aufgebaut!
  • Kildwick EasyLoo ohne Toilettenbrille
  • Unser Kildwick Easy Loo an seinem Test-Standort im Keller
  • Unser Kildwick Easy Loo an seinem Test-Standort im Keller
  • "Anzeige" Urintank Kildwick EasyLoo
  • Feststofftank nach ca. drei Wochen Nutzung von einer Person

Aufbau ist leicht, wenn du keine zwei linken Hände hast

Erfahrungen mit Holz hatte ich beim Zusammenbau nun gesammelt und war auch ein bisschen stolz auf mich. Sie sieht nämlich genauso aus wie sie aussehen soll. Zusammengehalten wird sie ausschließlich von Nägeln und Leim.

Verbesserungsbedürftig wäre an der Aufbauanleitung auf jeden Fall die Erklärung der Montage des Deckels. Die fehlt nämlich komplett, sodass ich am Anfang dachte, dass der nur lose aufliegt. „Wie soll das denn unterwegs halten?“ fragte ich mich. Gar nicht, ist die Antwort. Man kann die Klobrille nämlich ganz einfach festschrauben, die Löcher sind sogar schon vorgebohrt. Also, alles ganz easy!

Einsatz noch ohne Lüfter, Trenntoilette Erfahrungen

Ich hätte sie noch lackieren, ölen oder lasieren können, aber das mache ich zu einem späteren Zeitpunkt. Auch der mitgelieferte Lüfter sowie das praktische Solarpanel für seinen Betrieb liegen bisher im Regal. Ich teste in Ausbaustufe eins ohne Lüfter. Ausbaustufe zwei wird dann lasiert und mit Lüfter sein.

Ist der Kasten aus Holz fertig und die Toilettenbrille mit Deckel montiert, stellt man einfach den mitgelieferten Eimer für die Feststoffe und den Kanister für den Urin rein und schon kann es losgehen. Netterweise hat man mir auch noch eine große Tüte mit Miscanthus Öko-Streu mitgeliefert. Sogar eine Rolle mit kompostierbaren Mülltüten ist dabei, sodass ich die Trenntoilette sofort nutzen kann.

Wie auf dem normalen Klo

Der erste Eindruck: es ist wie auf einem ganz normalen Klo. Pipi machen wie immer. Männer müssen natürlich beachten, dass mit dem Trennklo die Zeit des Stehpinkelns vorbei ist. Ich denke aber nicht, dass das ein Problem ist. Der Trenneinsatz funktioniert wie er soll, alles fließt oder plumpst dahin, wo es hingehört.

Zum Einsatz bei uns zu Hause: Ich arbeite im Homeoffice. Für den Toilettengang während der Arbeitszeit nutze ich nun die Trenntoilette im Keller. Erfahrungen mache ich also beim ganztägigen Einsatz. Allerdings ist es am Aufstellort im Keller noch ziemlich kühl. Das hat auch im Sommer bei großer Hitze zu keinerlei üblen Gerüchen geführt. Ich kann sagen: da riecht nichts, auch nicht ohne Lüfter.

Lüftung kein Problem

Der Raum, in dem die Trenntoilette steht, ist gut gelüftet, aber sonst mache ich nichts. Nach drei Tagen Nutzung mit einer Person ist der Kanister fast voll. Ich nutze den verdünnten Urin im Sommer als Dünger für den Garten. Er wandert deshalb bei uns nicht in den Abfluss, sondern ins Beet. Nach dieser Zeit ist der Feststoffbehälter noch nicht viel voller geworden. Er riecht auch nicht, nur wenn der Inhalt frisch ist. Aber: das ist ja nichts Besonderes.

Nach drei Wochen ist der Feststoffbehälter noch nicht einmal halb voll. Unseren Garten habe ich im Sommer mehrmals gedüngt. Der Beutel mit der Streu ist noch nicht viel leerer geworden. Nach insgesamt vier Wochen muss ich den Feststoffbehälter leeren, aber nicht, weil er voll ist: erstens bildet sich auf dem Inhalt Schimmel und zweitens machen die kompostierbaren Beutel ihrem Namen alle Ehre: sie lösen sich offenbar nach dieser Zeit stellenweise auf. Ich führe all dies auf den Nicht-Einsatz des Lüfters und auch die Keller-Umgebung zurück. Zwei Wochen unterwegs sollten in dieser Konstellation aber absolut kein Problem sein. Größtes Problem aus meiner Sicht ist die Verwendung der kompostierbaren Beutel. Sie zersetzen sich einfach zu schnell.

Mülleimer voll

Was ich allerdings sagen kann: der Mülleimer, in dem ich das Toilettenpapier sammele, ist nach drei Wochen randvoll. Das sollten Nutzer von Trenntoiletten auf jeden Fall berücksichtigen. Bei Kildwick sagte man mir, dass ich das Papier auch in den Feststoffbehälter geben kann und das mache ich auch. Ich rate dazu, denn der Schimmel, der sich innerhalb von zwei bis drei Wochen bilden kann, wird ohnehin jeden zur Leerung nach dieser Zeit zwingen.

Im kleinen Wohnmobil-Bad muss ausreichend Platz für einen Mülleimer sein, falls du das Papier getrennt sammeln möchtest, sonst ist es nicht weit her mit der Autarkie. Mein Test ist noch nicht vorbei. Ich nutze diese Trenntoilette im Keller als Gäste-WC und als Ausweichtoilette, falls das Bad besetzt ist. Das ist für uns auch zu Hause sehr nützlich.

Transparenzhinweis: Die Firma Kildwick* hat uns für unseren Test kostenlos eine Trenntoilette zur Verfügung gestellt. Man hat uns zu nichts verpflichtet in Sachen Trenntoilette Erfahrungen sind rein subjektiv.

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