Stauraum-Wunder: Kastenwagen mit Hubbett

Stauraum-Wunder: Kastenwagen mit Hubbett

23. September 2021 6 Von Frauke von Clever unterwegs

In einem Kastenwagen ist naturgemäß schon ganz schön viel Stauraum im Heck, meistens unter dem Bett. Wer den noch vergrößern möchte, kann auf einen Kastenwagen mit Hubbett setzen. Dann passen oft sogar Fahrräder in den Heckstauraum.

Bei unserem Clever Celebration gibt es kein Hubbett. Wir hatten auch schon mal den Gedanken, Fahrräder unter dem Bett zu transportieren. Schließlich haben wir aber doch auf einen stabilen Heckträger für unsere E-Bikes gesetzt. Trotz allem sind inzwischen einige Kastenwagen mit Hubbett auf dem Markt.

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Kastenwagen mit Hubbett in unterschiedlichen Höhen

Es gibt einige Modelle in der Länge von 636 Zentimeter, ganz wenige sind nur sechs Meter lang. Wie bei allen Kastenwagen der 6,36-Klasse gibt es ein buchstäblich schwerwiegendes Problem: das Leergewicht oder die Masse in fahrbereitem Zustand. Wenn der Kastenwagen dann noch ein Hochdach hat, kann es mit dem Gewicht noch enger werden. Das Platzangebot ist dann natürlich gigantisch!

Klar muss euch außerdem bei allen sein: wenn das Bett hochgefahren ist, kommt man nur noch mit der Leiter rein. Wir haben uns eine ganze Reihe von ihnen angeschaut und stellen sie euch vor. Unsere Angaben sind nicht verbindlich und unsere Übersicht ist eine Auswahl. Wenn ihr einen Kastenwagen mit Hubbett kennt, den wir hier nicht vorstellen, dann schickt uns doch Informationen dazu, die wir hier gern veröffentlichen.

Nichts für den Winter: Pössl Roadcruiser Evolution

Der Pössl Roadcruiser Evolution ist ein sechs Meter langer Kastenwagen mit klassischem Grundriss. Das Besondere an ihm ist einerseits das Raumbad, mit dessen Hilfe auf dieser Länge Raum für Längsbetten geschaffen wird. Dabei ist eine Duschkabine im Gang positioniert, die sich mit einer Lamellenschiebetür verschließen lässt. Er ist als Fiat Ducato oder Citroen Jumper erhältlich. Bisher sind Kastenwagen mit Hubbet auf sechs Meter Länge eher die Ausnahme.

Die zweite Besonderheit ist das elektrische Hubbett mit Gurten im Heck. Das Bett auf der Fahrerseite ist 198 Zentimeter lang, das auf der Beifahrerseite 193 Zentimeter. In der Breite misst es stolze 190 Zentimeter, aber nur, wenn es ganz heruntergefahren ist. Denn weil der Ducato / Jumper / Boxer oben schmaler ist als unten, muss das Bett schmaler als die maximale Innenbreite sein, um nach oben gezogen werden zu können. Wie man auf dem Foto sehen kann, lässt sich unter dem Bett ein Fahrrad verstauen, bei dem man allerdings das Vorderrad ausbauen sollte, damit man das Bett nicht allzu hoch fahren muss.

Trotz allem kann man das Bett im Pössl Roadcruiser Evolution voll nutzen, wenn es hoch gefahren ist. In der niedrigsten Position kann man rechts und links von der eigentlichen Matratze noch auf Polster zurückgreifen, die das Bett noch einige Zentimeter breiter machen. Naturgemäß fallen die Dach-Stauschränke etwas kleiner aus, damit man das Bett möglichst hoch fahren kann. Den Pössl Roadcruiser Evolution gibt es ab 47.699,-**.

Achtung: dieser Kastenwagen ist ausdrücklich nicht wintertauglich. Der Frischwassertank ist unter dem Fahrzeug und nicht isoliert. Der Gaskasten ist bei diesem Modell nur von der Seite erreichbar. Das bedeutet: wer an die Gasflasche will, muss eventuell seine Garage ausräumen.

Klassiker: Pössl Roadcruiser Revolution

Der Pössl Roadcruiser Revolution ist ein riesiger Kastenwagen auf Citroen Jumper oder Fiat Ducato mit den Größenangaben L3 H3. Damit ist er 636 Zentimeter lang und 283 Zentimeter hoch. Vorteil: man hat riesig Platz. Nachteil: ganz schön schwer. Trotz allem ist diese Größe natürlich dazu prädestiniert, um hinten ein elektrisches Hubbett zu installieren. Wer will, kann darunter noch ein weiteres Doppelbett platzieren und hat dann ein Familienmobil der Kastenwagen-Klasse.

Vor dem Längsbett ist in diesem Kastenwagen mit Hubbett genau wie in seinem kleinen Bruder dem Evolution ein Raumbad platziert. Das spart Platz, der hier ansonsten ohnehin schon reichlich vorhanden ist. Der Roadcruiser Revolution ist ein Kastenwagen für alle, die sehr bequem ihre Fahrräder oder anderes sperriges Gepäck unter dem Bett transportieren möchten. Sie sollten aber eventuell über eine Auflastung nachdenken.

Auch wenn die Masse in fahrbereitem Zustand bei diesem Fahrzeug mit 3.060 Kilogramm angegeben ist, beinhaltet sie zum Beispiel nur 20 Liter Frischwasser und den Fahrer. Wer dann noch Gasflaschen und drei Personen zusätzlich transportiert, ist sehr schnell überladen. Den Roadcruiser Revolution gibt es ab 49.299,- Euro**.

Klar, Mann: Karmann Davis 630

Der Karmann Davis 630 ist ein Kastenwagen mit Hubbett auf Fiat Ducato. Er hat einen klassischen Kastenwagen-Grundriss mit kompaktem Bad und eine Halbdinette mit drehbaren Sitzen im Fahrerhaus. Er ist 636 Zentimeter lang und mit Längsbetten ausgestattet wie in dieser Länge üblich. Genau wie beim Pössl Roadcruiser Revolution ist das große Längsbett als elektrisches Hubbett ausgeführt, das auf Gurten läuft.

Das Bett beim Karmann Davis 630 misst 192 x 190 / 180 Zentimeter. Auch hier gibt es in der untersten Position neben der Matratze rechts und links Polster, die das Bett nochmals verbreitern. Das Bad ist sehr kompakt und mit einem Klappwaschbecken ausgestattet. Den Karmann Davis 630 gibt es ab 51.440,- Euro**.

Zwillinge: Chausson V690 / Challenger V210

Die beiden Kastenwagen mit Hubbett aus dem Hause Trigano sind annähernd baugleich. Sie unterscheiden sich in erster Linie beim Design. Beide sind 636 Zentimeter lang und kommen als Fiat Ducato. Wie die anderen Modelle mit elektrischem Hubbett setzen sie auf einen klassischen Grundriss mit Halbdinette und kompaktem Bad. Die Schränke über dem Bett sind etwas kleiner als wenn kein Hubbett verbaut wäre.

Es gibt jeweils zwei verschiedene Grundausstattungen, die natürlich noch individuell ergänzt werden können. Den Chausson V690 / Challenger V210 gibt es ab 49.990,- Euro**. Ganz ähnlich wie diese beiden Fahrzeuge und ebenfalls aus dem Trigano-Konzern ist der Rollerteam Livingstone DUO XL Advance. Wir haben bisher keine weiteren Informationen über diesen Kastenwagen, werden sie aber bei Gelegenheit nachreichen.

Dickes Ding: Pilote V633M

Der Pilote V633M ist ein ganz schön dicker Brummer. Denn er ist nicht nur 636 Zentimeter lang, sondern hat auch noch – wie der Pössl Roadcruiser Revolution – das höchste Dach, das ein Fiat Ducato haben kann. Er ist damit von Haus aus schon besonders geräumig. Das hat allerdings auch zur Folge, dass dieser Kastenwagen mit Hubbett bereits unbeladen ziemlich schwer ist.

Wer viel Gepäck oder schweres Sport-Equipment dabei hat, muss den Pilote eventuell auflasten lassen. Da heißt es dann für manchen: Führerschein machen, denn Menschen, die ihren Führerschein nach dem 1. Januar 1999 gemacht haben, dürfen nur Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen fahren. Eine Frage der Abwägung.

Ansonsten gibt es im Pilote V633M vor allem ganz viel Platz, sowohl in der Länge als auch in der Höhe. Auch wenn das Bett hochgefahren ist, hat man noch reichlich Kopffreiheit. Dazu kommt, dass bei diesem Kastenwagen neben dem Bett auf der Fahrerseite eine Art riesige Schrankwand verbaut ist, in der sich alles Mögliche verstauen lässt. Deshalb hat man hier eigentlich Stauraum satt… Es ist außerdem möglich, unter dem elektrischen Hubbett noch ein weiteres Doppelbett zu platzieren. Dann wird der Kastenwagen zum Familienmobil. Den V633M gibt es ab 54.580,- Euro**.

Kein Schnäppchen: Euramobil Van V 635 HB

Dieser Kastenwagen hat einen klassischen Grundriss auf Fiat Ducato. Er ist 636 Zentimeter lang und hat die Höhe H2, also „normal“ und ist damit weniger hoch als zum Beispiel der Pössl Roadcruiser Revolution. Er hat hinten ein elektrisches Hubbett mit Gurten, das 190 / 175 mal 185 Zentimeter misst. Das könnte für Menschen über 1,80 eventuell etwas kurz werden.

Der Euramobil Van V 635 HB hat ein kompaktes Bad mit einer abtrennbaren Dusche, das sehr praktisch aussieht (wir konnten das leider nicht ausprobieren). Mit einer Masse in fahrbereitem Zustand von 3.065 Kilogramm ist er kein Leichtgewicht und will vorsichtig beladen werden. Das Fahrzeug ist beileibe kein Schnäppchen: es kostet ab 61.450,- Euro**. Dafür ist allerdings bereits eine 100 Ah Lithium-Batterie enthalten.

Für kleine Menschen: Adria Twin Supreme 640 SGX

Dieser Kastenwagen mit Hubbett kommt sehr schick daher, bietet aber letztendlich einen klassischen Kastenwagen-Grundriss mit kompaktem Bad und Halbdinette auf dem Fiat Ducato oder dem Citroen Jumper mit 636 Zentimeter Länge. Er hat ein kompaktes Bad und ist im Heck mit einem elektrischen Hubbett ausgestattet. Optional wäre zusätzlich ein Aufstelldach möglich.

Genau dieses Hubbett ist aus unserer Sicht allerdings problematisch. Will man in Längsrichtung schlafen (zum Beispiel bei hochgefahrenem Bett), ist das Bett maximal 180 Zentimeter lang, an der kurzen Seite sogar nur 170. Wir sind keine Riesen, aber das wäre uns zu kurz. Der Adria Twin Supreme 640 SGX kostet ab 52.999,- Euro**.

Flexibel in allen Klassen: Vantourer

Die Kastenwagenmarke Vantourer hat einen interessanten Weg gewählt, Kastenwagen mit Hubbett zu realisieren. Denn jeder neue Vantourer lässt sich optional mit einem Hubbett bestellen. Das bedeutet, dass es hier alle Längen von wahlweise Peugeot Boxer oder Fiat Ducato mit Hubbett längs oder auch quer gibt. Das Hubbett ist stufenlos verstellbar und funktioniert rein mechanisch, nicht elektrisch.

Hier kann jeder für sich selbst entscheiden, ob das flexible Bett die richtige Lösung ist. Je nach Modell und Grundriss fällt es größer oder kleiner aus. Wer will, kann darunter noch ein zweites Doppelbett platzieren, damit bis zu vier Menschen im Vantourer Platz haben. Der kleinste Vantourer kostet ab 49.790,- Euro**. Das Hubbett kostet natürlich Aufpreis.

Knaus Boxdrive 680 ME

Knaus nennt seine Kastenwagen CUV: Camping Utility Vehicle. Trotz allem sind es auch ganz normale Kastenwagen. Der Boxdrive 680 ME kommt auf einem 684 Zentimeter langen MAN TGE und ist damit schon von Haus aus ganz anders als die Kastenwagen auf Fiat Ducato und seinen Geschwistern Citroen Jumper und Peugeot Boxer. Er ist eben ganz schön lang.

Das schafft viel Platz für das mechanische Heckbett, unter dem viel Stauraum bleibt. Das Basisfahrzeug hat allerdings auch seinen Preis und der fängt bei 66.890,- Euro** an.

Knaus Boxlife 540 / 600 / 630, Weinsberg Cara Tour 540, 600, 630

Die beiden Knaus Boxlife-Modelle 540, 600 und 630 sind optional mit Hubbett bestellbar. Es gibt sie mit verschiedenen Grundrissen, deshalb haben sie alle noch ein Buchstabenkürzel, das ich hier der Übersicht halber weglasse. Entscheidend ist, dass diese Kastenwagen durch das Hubbett enorm flexibel werden. Sie kommen bei Knaus immer mit dem Fiat Ducato als Basisfahrzeug, in unterschiedlichen Motorisierungen.

Wie man leicht erraten kann, ist die 540er-Klasse 5,40, die 600er-Klasse sechs Meter lang, die 630er folglich 6,36. Es gibt sie entweder mit klassischem Kompaktbad oder mit Raumbad, bei dem eine Duschkabine in den Gang integriert ist. Die Ausstattungsliste ist sehr lang, sodass sich alle nur erdenklichen Kombinationen realisieren lassen. Dazu kommen noch etliche unterschiedliche Designs und Stoffe, unübersichtlich, aber am Ende sehr individuell. Besonders ist bei Knaus auch der „schwebende“ Dinetten-Tisch. Der günstigste Knaus Boxlife kostet ab 50.950,- Euro**.

Die Knaus-Tochter Weinsberg hat vergleichbare Modelle im Angebot. Sie unterscheiden sich in erster Linie im Design von denen der Marke Knaus. Auch die Cara Tour Modelle von Weinsberg gibt es als Fiat Ducato in den Längen 540, 600 und 636 Zentimeter. Der günstigste Cara Tour kostet 44.360,- Euro**.

Hidden Secret: Dreamer D60

Dreamer ist in Deutschland bisher noch nicht sehr bekannt. Das liegt vielleicht daran, dass das Händlernetz ein bisschen löchrig ist. Mit dem Dreamer D60 haben die Franzosen den 6,36 Meter langen Kastenwagen ein bisschen neu gedacht. Er ist als Fiat Ducato oder Peugeot Boxer erhältlich. Auch wenn vorn alles mehr oder weniger klassisch aufgebaut ist, mit Halbdinette und Küche im Eingang, so hat Dreamer im Heck Innovationen an Bord.

Wer das Active-Paket wählt, bekommt ein Hubbett im Heck und auf der Beifahrerseite eine Art Schrankwand, die für riesig viel Stauraum sorgt. Darunter kann man auch noch ein zweites sehr großes Doppelbett platzieren. Die Preise scheinen bei Dreamer ein Geheimnis zu sein, sie gibt es nur auf Nachfrage. Fotos konnten wir leider noch nicht machen, da dieser Hersteller auf dem Caravan Salon 2021 nicht vertreten war.

Ganz schön groß: Mega Revolution 640

Der Mega Revolution ist genauso wie der Pössl Roadcruiser Revolution und der Pilote V633M ein Kastenwagen der Größe L3 H3. Das macht ihn zu einem riesigen Schwergewicht mit sehr viel Platz. Sonst enthält der klassische Kastenwagen mit Hubbett auf 636 Zentimetern keine großen Überraschungen.

Unter dem elektrisch angetriebenen Hubbett im Format 195 / 178 x 191 Zentimeter lässt sich noch ein zweites Doppelbett platzieren, sodass die ganze Familie Platz findet. Den Mega gibt es als Fiat Ducato oder Peugeot Boxer. Die günstigste Variante kostet ab 54.310,- Euro**.

**Alle Preisangaben Stand September 2021

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