So kommst du stressfrei mit dem Wohnmobil nach Griechenland
3. März 2026Zugegeben, mit dem Wohnmobil nach Griechenland zu fahren, ist eine ganz schöne Strecke. Aber: hast du schon mal darüber nachgedacht, mit der Fähre entspannt über die Adria zu schippern? Mit etwas Glück (und je nach Wetterlage) erlebst du eine Mini-Kreuzfahrt und kommst erholt an.
Natürlich steht und fällt die Strecke auch mit deinem Wohnort in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Je nachdem von wo aus du startest, fährst du über den Brenner oder den Gotthard. Und je nachdem von welchem italiensichen Hafen du welchen griechischen Hafen ansteuerst, dauert es länger oder kürzer.
Welche Fährstrecken gibt es nach Griechenland?
Genießer starten in Venedig und fahren bis Patras, die längste mögliche Tour. Weitere Abfahrtshäfen für die direkte Strecke nach Griechenland sind Ancona, Bari und Brindisi. Wenn du einfach nur das Mittelmeer überqueren möchtest, kannst du auch einen albanischen Hafen ansteuern, zum Beispiel Vlora oder Durres.
Wir haben uns auf unserer Reise im März 2026 für die Strecke von Ancona nach Patras entschieden, weil sie aus unserer Sicht das beste Gesamtpaket bietet: sie startet nachmittags und kommt am darauffolgenden Tag nachmittags an. Die Überfahrt dauert ungefähr 22 Stunden. Bedient wird die Strecke von der Reederei Superfast, die zur Attika Group gehört. Wenn du zeitig im Jahr buchst, kannst du einen Frühbucher-Rabatt von bis zu 30 Prozent abgreifen. Das lohnt sich. So sparst du Geld auf dem Weg nach Griechenland mit dem Wohnmobil.
Weil wir den Frühling auf der Peloponnes genießen wollten, haben wir einen Abfahrtstermin Ende Februar gewählt. Und weil wir im Urlaub und nicht auf der Flucht sind, sind wir von Diez an der Lahn über Radolfzell am Bodensee, Como und Porto Sant’Elpidio nach Ancona gestartet, weil wir unterwegs noch Freunde und Familie getroffen haben.
Zwischenstopp in Como
In Como können wir euch den Stellplatz Area Sosta Tavernola empfehlen. Der liegt zwar etwas außerhalb, aber ruhig in einem Wohngebiet. Von hier aus ist man in ungefähr 15 Minuten zu Fuß am See. Dann läufst du immer am Ufer entlang, bis du in der Innenstadt von Como bist. Das dauert etwa eine Stunde, für uns nach der langen Autofahrt eine willkommene Bewegung.

Du kannst auch mit Fahrrad oder E-Scooter in die Stadt fahren: am See entlang gibt es einen Fahrradweg, auf dem du sicher unterwegs bist. Como selbst ist Ende Februar ein bisschen im Winterschlaf. Wir hatten aber Glück mit dem Wetter, sodass die ersten Sonnenstrahlen die Menschen auf die Straßen und in die Cafés gelockt haben. Und auch wir haben diese Sonne wirklich genossen.
Ein Eis durfte nicht fehlen und ein kleiner Bummel durch die ziemlich belebte Innenstadt, bevor wir bei sinkender Sonne wieder zurück am Stellplatz waren. Como war eine schöne Abwechslung auf der Tour in Richtung Süden mit dem Wohnmobil nach Griechenland.
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Mit dem Wohnmobil quer durch Italien
Am nächsten Morgen sind wir zeitig in Richtung Ancona gestartet. Die schnurgerade Autobahn durch die Po-Ebene ist zwar langweilig, aber gut zu fahren. Angenehm ist unsere Mautbox, die uns sanft durch die Mautstationen gleiten lässt. Schon am frühen Nachmittag erreichen wir den nächsten Zwischenstopp in Porto Sant’Elpidio. Hier ist im Spätwinter nicht viel los, aber es ist nicht völlig ausgestorben. Für den Weg mit dem Wohnmobil nach Griechenland ist es eine schöne Abwechslung.
Du kannst auf einer ewig langen Promenade am Meer entlangflanieren und die Angler beobachten. Es gibt einen unspektakulären Wohnmobilstellplatz direkt an der Uferpromenade, der für italienische Verhältnisse recht kostengünstig ist. Allerdings ist hier alles auf Italiener eingerichtet, sodass du sprachlich etwas flexibel sein solltest. Der Automat, mit dem du in den Stellplatz einchecken kannst, ist äußerst gewöhnungsbdedürftig.

Gleich gegenüber vom Stellplatz kannst du vormittags an mehreren Buden frischen Fisch kaufen, falls du magst. Und ein paar hundert Meter weiter findest du viele Restaurants für jeden Geschmack, falls du noch Hunger hast. Wir können den Zwischenstopp hier vor der Überfahrt nach Griechenland sehr empfehlen. Nach Ancona sind es noch ungefähr 50 Kilometer.
Einchecken zur Fähre nach Griechenland
Wie gesagt: die Superfast Fähre fährt nachmittags um 16 Uhr, aber du brauchst trotz allem einen größeren Teil des Tages, um an Bord zu gelangen. Du kannst dir im Vorfeld ein e-Ticket per elektronischem Check-In besorgen, musst aber trotzdem vor der Abfahrt persönlich am Schalter erscheinen, weil hier die Ausweise kontrolliert werden. Schließlich verlässt du bei der Fahrt über das Mittelmeer kurzzeitig die EU.
Du solltest mindestens drei Stunden vor Abfahrt am Check-In sein und kannst dich dann schon in die Warteschlange am Hafen einreihen. Hier wirst du mehrmals kontrolliert und in die richtige Warteschlange eingewiesen. Dann beginnt die Wartezeit, die wir uns gut mit einem kleinen Imbiss, Sachen Packen und ein bisschen Lesen vertrieben haben. Du kannst auch von hier aus zu Fuß in die Innenstadt von Ancona gehen, wenn du willst, musst aber zu einer Zeit wieder am Fahrzeug sein, die dir beim Check-In mitgeteilt wird.

Irgendwann geht es dann los, das Gewinke und Gedrängel. Die Einweiser der Reederei machen einen guten Job, sodass du ohne Sorge auf die Fähre fahren kannst. Du solltest allerdings dein Fahrzeug gut beherrschen, da die meisten Fahrzeuge so eingewiesen werden, dass sie später wieder in umgekehrter Richtung ausfahren können. Dafür musst du in relativ engen Verhältnissen dein Wohnmobil drehen und meist rückwärts in deine Lücke fahren.
Fährüberfahrt genießen
Wir hatten uns das Ganze schlimmer vorgestellt als es am Ende war und konnten bald in aller Ruhe die Schiffsgarage verlassen und unsere Kabine beziehen. Leider gibt es auf dem Mittelmeer unseres Wissens kein Camping an Bord mehr, sodass aus unserer Sicht alles für eine Kabine spricht. Einen Zwang dazu gibt es allerdings nicht. Du kannst auch eine Deckspassage buchen, das spart natürlich Geld.
Wenn du überall gut schlafen kannst, ist das sicher eine Möglichkeit. Wir haben unsere Kabine mit Bullauge sehr genossen und hier sehr gut geschlafen. Dass wir hier ein bisschen komfortabler duschen konnten als an Bord unseres Kastenwagens fanden wir auch ganz angenehm. Eine Außenkabine ist übrigens nur unwesentlich teurer als eine Innenkabine.
Sie ist auch deswegen interessant, weil du morgens schon beim Aufwachen die albanische Küste und später die griechische Küste sehen kannst, an der du bis Igoumenitsa entlangfahren wirst. Das kannst du natürlich auch von den Salons und Restaurants oder vom Ober- oder Sonnendeck aus. Uns hat die Außenkabine sehr gefallen und wir würden sie wiederwählen. Im Sommer, wenn du bei wärmeren Temperaturen viel an Deck bist, ist sie vielleicht nicht unbedingt nötig auf deiner Reise mit dem Wohnmobil nach Griechenland.
Mit dem Wohnmobil nach Griechenland: Essen an Bord der Fähre
Ein Wort zum Essen an Bord (wir können hier nur für Superfast Ferries sprechen): das Essen ist kein kulinarisches Highlight, aber vernünftige griechische Hausmannskost. Es ist allerdings relativ teuer, vor allem für die Getränke (außer Wasser) wird man kräftig zur Kasse gebeten. Wenn du auf dein Budget achten musst, solltest du mit deinem Vorrat in der Kühltasche an Bord gehen. So kannst du einige Euros sparen. Du kannst während der Überfahrt keine Vorräte aus deinem Fahrzeug holen und solltest von Anfang an alles bei dir haben.
Am späten Vormittag landet die Fähre in Igoumenitsa im Norden Griechenlands. Du kannst natürlich nur bis hier buchen und von hier aus deinen Urlaub starten. Wir genossen die Fahrt weiter an der wunderschönen griechischen Küste entlang bis nach Patras, das wir fast pünktlich erreicht haben. Gut war auch, dass wir die Fähre ziemlich zügig verlassen konnten und so unser Urlaub sofort beginnen konnte.



Hallo Frauke, Griechenland ist sicherlich noch eine Reise wert! Unsere Erfahrungen vom letzten Herbst, insbesondere mit den „neuen, verschärften Regeln für das Freistehen“ haben uns enttäuscht. So konnten alte Lieblingsplätze nicht mehr besucht werden. 300 € für eine rausgestellten Campingstuhl ist doch meist unangemessen. Leider waren trotz Verschärfung der Regeln kaum neue Stellplätze zu finden, die Öffnungszeiten der Campingplätze suboptimal….
Grüße aus Spanien
Dirk
Ja, für die „alten Hasen“, die Griechenland schon kennen, ist es sicher eine Veränderung. Jetzt im März war das mit den Stühlen ohnehin noch nicht so angesagt. Bei offener Schiebetür war es auch beim Parken OK.