Powerstation: nützliche Steckdose für unterwegs

Powerstation: nützliche Steckdose für unterwegs

3. November 2022 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Eine Powerstation beim Camping ist ein nützliches Zubehör. Mit ihr kannst du viele Geräte nutzen oder laden, für die du sonst Landstrom brauchst. Wir waren ein paar Wochen mit einem solchen Stromspender unterwegs.

Für viele bedeutet Camping einfach zurück zur Natur. Strom ist für diese Zeitgenossen oft genug nett, aber für vieles verzichtbar. Sie kommen mit ihrer bewährten Bordbatterie bestens klar und genießen die Zeit. Das können sie vor allem dann, wenn sie keine stromhungrigen Geräte an Bord haben. Läuft der Kühlschrank mit Gas und sind ansonsten nur noch Handy oder Tablet dabei, ist autarkes Stehen eine Weile möglich, vor allem wenn noch eine Solaranlage montiert ist. Schon ein Fernseher kann allerdings die Strombilanz ganz schön strapazieren.

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Strom zum Mitnehmen

Gut, wenn man dann Strom zum Mitnehmen dabei hat. Ich möchte hier jetzt nicht auf die vielen Vorteile einer LiFePo4-Batterie eingehen, die sind unbestritten und für viele Camper wichtig. Hier geht es um die Vor- und Nachteile einer Powerstation. Wir haben für einige Wochen eine Revolt Powerstation mit 1.228 Wattstunden vom Versandhändler Pearl genutzt. Pearl hat uns das Gerät kostenlos zur Verfügung gestellt, unsere Berichterstattung allerdings nicht beeinflusst. Wir haben die Powerstation geliehen und nach dem Test wieder zurückgegeben.

Was ist eine Powerstation? Das ist eine Lithiumbatterie mit mehr oder weniger viel Kapazität, in der ein Sinus-Wechselrichter bereits integriert ist und die darüber hinaus einige Anschlussmöglichkeiten für verschiedene elektronische Geräte hat, zum Beispiel Zigarettenanzünder, Hohlstecker, USB-Anschluss und Schuko-Steckdose. Der Vorteil dabei ist, dass man an ein solches Gerät ohne zusätzliche Apparaturen auch empfindliche und häufig auch stromhungrige Verbraucher anschließen kann. Es gibt unterschiedliche Modelle mit unterschiedlich viel Speicherkapazität und Leistung. Welche die richtige für dich ist, hängt von den Geräten ab, die du nutzen möchtest. Uns war es wichtig, dass wir mit der Powerstation für das Camping unsere Nespressomaschine problemlos betreiben können. Außerdem wollten wir damit noch unsere E-Bike-Akkus laden können.

Was ist eine Powerstation?

Zuerst mal: die Powerstation von Pearl mit über 1.000 Wattstunden ist ein echt dickes Ding. Das gilt sowohl für die Ausmaße als auch für das Gewicht: sie misst 36,5 x 25,3 x 20,4 cm und wiegt stolze 11,8 Kilogramm. Gemessen an einer klassischen Blei-Säure-Batterie allerdings ist sie ein echtes Leichtgewicht. Eine Standard-AGM Batterie hat ungefähr die selbe Kapazität, die aber nur zur Hälfte genutzt werden kann. Sie ist meistens etwas größer, auf jeden Fall aber mit über 26 Kilogramm wesentlich schwerer.

Dazu kommt: in der Powerstation ist ein Wechselrichter schon drin, sein Gewicht käme zur AGM-Batterie noch dazu. Von daher ist eine Powerstation eher platzsparend und leicht, zumindest im Vergleich zur AGM-Batterie. Trotz allem möchten wahrscheinlich die wenigsten so ein Ding spazierentragen, denn die knapp zwölf Kilo zerren schon ganz schön am Arm.

Warum eine Powerstation?

Hat man sie aber verstaut, so wird sie schnell zum nützlichen Helferlein. Wir nutzen seit fast fünf Jahren unsere zwei AGM-Bordbatterien mit jeweils 95 Ampèrestunden. Sie speist in erster Linie unseren Kühlschrank und die Heizung, das Licht und unsere Handys und Tablets. Unser stromhungrigster Verbraucher ist unsere Nespressomaschine. Für sie haben wir einen starken Wechselrichter mit 2000 Watt an Bord. Und obwohl wir 200 Wp Solarpanels auf dem Dach haben, kommen unsere Batterien inzwischen an ihre Grenzen. Eine Powerstation kann diese Lücke schließen.

Im Sommer war noch alles gut, die Sonne konnte genug Strom liefern, um unsere Geräte zu laden und uns ausreichend Espresso zu liefern. Aber seit die Tage wieder kürzer werden, lässt der Wechselrichter gern mal einen Piepton hören und verweigert den Betrieb. Genau in diesem Moment ist die Powerstation für das Camping die Lösung.

Ganz ohne Landstrom können wir mit ihr einfach Strom nutzen wie zu Hause an der Steckdose. Wenn sie vollständig geladen ist, lassen sich unsere beiden E-Bike-Akkus auch noch problemlos aufladen. Sind sie leer, ist nach dem Aufladen der beiden 500 Watt-Akkus aber nicht mehr viel drin. Für etwas Nachladen nach einer mittelgroßen Tour ist es aber perfekt.

Wie lade ich die Powerstation beim Camping?

Was, wenn die Powerstation leer ist? Dann geht es ans Nachladen, das geht natürlich auch schon vorher. Üblicherweise lassen sich solche Geräte auf drei Arten laden: erstens zu Hause oder unterwegs an der Steckdose, zweitens über den Zigarettenanzünder, zum Beispiel während der Fahrt, und drittens über ein eigens angestecktes Solarpanel. So ein Panel hatten wir nicht im Einsatz.

Wer es eilig hat, sollte unbedingt darauf achten, eine Powerstation zu wählen, die auch schnell laden kann. Unser Gerät von Revolt ist leider nur etwas für Geduldige. Denn egal ob am Landstrom oder über den Zigarettenanzünder, wer sie laden möchte, braucht Zeit. Ein Beispiel: zu Hause an der Steckdose kam ich in knapp fünf Stunden von 61 auf 100 Prozent. Und während der Fahrt am Zigarettenanzünder sieht es auch nicht besser aus: von 29 auf 42 Prozent brauchte sie zwei Stunden. Dafür aber überlastet sie mit ihrem Ladeverhalten die Bordelektrik nicht und das ist ja auch wiederum ein Vorteil.

Am besten ist es sicher, sie dann zu laden, wenn Landstrom zur Verfügung steht und dann am besten über Nacht. Ich habe sie auch tagsüber mit überschüssigem Solarstrom bei Sonnenschein an der 12-Volt-Dose des Aufbaus geladen. Das würde ich aber mit unserer Konfiguration nur sehr kontrolliert und bei vollen Bordbatterien machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bordbatterien ansonsten entladen werden, ist einfach zu groß.

Es ist natürlich eine Überlegung wert, für solche Anwendungen auf einen dualen Solarladeregler* umzusteigen und so alle Batterien solar zu laden. Oder du setzt auf ein mobiles Solarpanel. Wenn das optimal ausgerichtet ist, sollte es die Powerstation beim Camping problemlos laden.

Was kostet eine Powerstation?

Das ist mal wieder eine ähnliche Frage wie „Was kostet ein Auto?“. Die Antwort ist: „Es kommt ganz darauf an“. Je nach Kapazität und Leistung gibt es schon günstige Modelle ab ca. 300 Euro*. Wer mehr Leistung will, muss mehr Geld anlegen. Ein Gerät mit 2000 Watt* liegt bei über 1.500 Euro, noch mehr geht natürlich auch. Unser Gerät von Revolt kostet aktuell bei Pearl gut 1.000 Euro. Wer nur etwas Strom für Laptop und Kamera will, ist mit einer kleinen Station gut bedient, wer aber wie wir eine Nespressomaschine betreiben will, sollte auf jeden Fall ein Modell mit einer Ausgangsleistung von mindestens 1.000 Watt wählen. Oder er kocht seinen Espresso anders, zum Beispiel mit einer 12-Volt-Maschine. (alle Preise Stand November 2022). Trotz der relativ hohen Anschaffungskosten eines starken Geräts, ist es in vielen Fällen immer noch kostengünstiger als eine neue Lithiumbatterie plus Wechselrichter. Und: wer mit unterschiedlichen Fahrzeugen unterwegs ist, kann die Powerstation immer dabei haben.

Wo verstaue ich die Powerstation beim Camping?

Wenn du jetzt denkst, dass eine Powerstation das Richtige für dich ist, solltest du dir noch überlegen, wo und wie du sie sicher und gut zugänglich verstauen kannst, denn gerade in einem Kastenwagen ist das gar nicht so leicht. Weil sie bei uns nur für begrenzte Zeit an Bord war, hatten wir sie während der Fahrt im Laderaum verstaut und nur am Ziel für die Nutzung unter den Tisch gestellt. Auf Dauer hätten wir das aber nicht gewollt. Das ist einfach umständlich und stört manchmal auch unter dem Tisch.

Für den Transport sollte man auf jeden Fall bedenken, dass ein so schweres Teil sicher verzurrt werden muss. Soll die Powerstation dann aber noch zugänglich sein, ist es im Kastenwagen schon problematisch. Wir haben bei uns keinen sicheren Platz im Inneren gefunden, weil wir unter der Sitzbank einen Auszug haben. Sonst wäre dort ein guter Ort zum Verstauen der Powerstation beim Camping gewesen.

Welche Geräte kann ich nutzen?

Es hängt ein bisschen von deiner Powerstation ab, welche Geräte du mit ihr nutzen kannst. Kleinere Speicher bedingen auch eine schwächere Ausgangsleistung, sodass stromhungrige Verbraucher nicht betrieben werden können. Wie so oft hängt es von dir, der gewählten Powerbank und deinen Bedürfnissen ab. Mit unserem Leihgerät von Pearl lassen sich die meisten gängigen Geräte wie zum Beispiel ein Fön, ein Glätteisen oder eine Kaffeemaschine problemlos betreiben. Handys und Tablets kannst du direkt ohne Ladegerät per USB-Kabel anschließen. Weil ein Sinus-Wechselrichter an Bord ist, kannst du auch empfindlichere Geräte wie zum Beispiel ein Laptop problemlos laden.

Die Ausgangsleistung unserer Revolt Powerstation liegt bei höchstens1.000 Watt Dauerbelastung. Mein Fön hat sie mit seinen maximal 1.800 Watt schon an die Belastungsgrenze gebracht. Dann explodiert aber nichts, sondern sie schaltet einfach ab. Wer also einen Fön nutzen will, sollte seine Leistung vorher gut checken. Das gilt natürlich für alle Geräte, die man unterwegs mit der Powerstation beim Camping betreiben möchte. Hier ist meistens weniger mehr und sicherheitshalber solltest du eher schwächere Geräte zum Einsatz bringen.

Du kannst natürlich die Powerstation nicht nur beim Camping, sondern auch zu Hause nutzen, zum Beispiel als ein kleines Notstromaggregat. Dafür nutzt du sie am besten mit einem mobilen Solarpanel und hast so jederzeit Solarstrom zur Verfügung, auch bei einem Stromausfall.

Revolt Powerstation von Pearl: Fazit

Für uns ist die Powerstation ein gutes Backup gewesen in einer Zeit, in der unsere Solaranlage nicht ausreichend Strom für alles liefert, was wir nutzen wollen. Wir sind gern auf einfachen Stellplätzen und verzichten meist auf Landstrom. Dafür ist sie ideal. Wer möchte, kann sie übrigens auch mit einer App steuern. Das ist praktisch, wenn man gewissen Ladeprozesse automatisieren möchte oder ein Gerät aus der Ferne ein- oder ausschalten will. In der App lässt sich auch der Ladestand sehen und die Anzahl der Ladezyklen.

Allerdings hat mich die App zunächst am Nutzen des Gerätes gehindert. Hat man die Powerbank verbunden, so kann es sein, dass sich die Steckdosen nicht nutzen lassen, wenn man zuvor die entsprechende Dose deaktiviert hat. Dann lässt sie sich unter Umständen nicht mehr per Schalter aktivieren. Das muss man wissen! Wer diese Probleme nicht haben will, lässt am besten die ganze App außen vor, dann läuft es.

Für uns ist die Revolt Powerstation ein nützlicher und zuverlässiger Helfer, der noch andere Features mitbringt, die wir aber nicht nutzen wollen, wie zum Beispiel sehr helles Licht. Die genaue Beschreibung gibt es hier (hier kannst du das Gerät auch kaufen).

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