Landvergnügen – die Alternative zum Campingplatz

Landvergnügen – die Alternative zum Campingplatz

1. April 2022 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Mit dem Camping-Boom gibt es immer mehr Versuche, Alternativen zu Stell- und Campingplätzen zu schaffen. Eine Möglichkeit ist das Konzept von Landvergnügen. Unser Gastautor Jochen von Womo-Traveller.de hat seine Erfahrungen zusammengefasst.

Landvergnügen ist ein Stellplatz-Führer für Bauernhöfe. Die Landwirte lassen höchstens drei Camper auf ihrem Grundstück übernachten. Das kostet nichts. Im Gegenzug wünschen sie sich einen Einkauf ihrer Produkte. Vor zwei Jahren haben wir von Landvergnügen gehört und mit Begeisterung das Buch gekauft. Mit diesem Konzept haben gibt es mehrere Vorteile.

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  • Der Aufenthalt ist kostenlos
  • Der Weg zum Hofladen ist nur ein paar Schritte entfernt
  • Wir stehen mit maximal drei weiteren Campern auf Bauernhöfen, Weingütern oder Käsereien – die Liste lässt sich lange weiterführen

Wie funktioniert Landvergnügen?

Ihr kauft euch das Buch im Internet mit rund 1400 Adressen und erhaltet eine fahrzeuggebundene Vignette. Zusätzlich ist im Buch eine Kundenkarte enthalten, die auf Verlangen beim Gastgeber vorgezeigt werden muss. Bei unseren über 30 Übernachtungen mit Landvergnügen war das aber nur zwei Mal der Fall.

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Besonders praktisch ist die kostenlose App, die euch die Gastgeber in eurer Nähe anzeigt. Mit ihr haben wir unseren zweiwöchigen Urlaub organisiert und das ohne Stellplatzgebühren. Eine Reservierung ist nicht möglich, ihr ruft maximal 24 Stunden vorher an und meldet euch an. Die genauen Regeln sind im Buch nachzulesen.

Angeboten wird bei Landvergnügen nur ein Stellplatz, weshalb ein autarkes Fahrzeug von Vorteil ist. Im Buch ist aber angegeben ob es weitere Leistungen wie Strom oder Wasser gibt.

Unsere Erfahrungen mit Landvergnügen

Von uns gibt es eine ganz klare Empfehlung. Wie oben schon erwähnt sind wir spontan, weshalb wir kurzfristig bei den Gastgebern anrufen und fast immer eine Zusage bekommen haben. Einmal haben wir sogar nur 30 Minuten vorher angerufen, weil wir in der Nähe waren, und erhielten einen Platz.

Alle Gastgeber sind freundlich und in den meisten Fällen darf man überall im Betrieb seine Nase reinstecken. Für uns Städter ist es doch eine willkommene Abwechslung zu sehen, wie Ziegenkäse oder Wurst hergestellt wird.

Regional einkaufen im Hofladen

Jeder Gastgeber hat einen Hofladen, in dem ihr einkaufen könnt, aber nicht müsst. Wir kaufen immer etwas ein, alleine schon als Dankeschön für den Stellplatz. Nur in unserem zweiwöchigen Urlaub mit Landvergnügen wurde der Kühlschrank immer voller und man kam mit dem Essen gar nicht hinterher. Deshalb kaufen wir gerne eingemachtes in Gläsern, die Zuhause wiederum zum Einwecken verwendet werden können.

Alle Gastgeber sind sehr bemüht und gehen auf die Camper ein

Bei der Ankunft und der Begrüßung sind die Gastgeber meist neugieriger als wir. Fragen, woher wir kommen und wie lange wir schon unterwegs sind, werden oft gestellt. Ein netter Plausch entsteht zwangsläufig zu unserer Freude.

  1. Besonderes Erlebnis bei einem Winzer

Der Besuch auf einem Weingut ist uns besonderer in Erinnerung geblieben. Ein Winzer zeigte uns den Stellplatz und fragte ob wir damit zufrieden sind. Klar sind wir das, schwärmten aber auch von einem Platz im Weinberg. Kurzentschlossen nahm er uns in seinem Auto mit und fuhr in seinen Weinberg. Wo wollt ihr euch hinstellen. Wir konnten es gar nicht fassen, wie bemüht der Herr war.

  1. Uns wurde sogar Brennholz gebracht

Wir erlebten aber auch einen Kartoffelbauern, der uns einen Platz an seinem großen privaten See anbot. Vorher mähte er noch den Rasen für uns. Abends schickte er seinen Vater vorbei, der uns Brennholz für ein Lagerfeuer vorbeibrachte.

  • Übernachtung mit Landvergnügen. Foto: Jochen Bake
  • Übernachtung mit Landvergnügen. Foto: Jochen Bake
  • Übernachtung mit Landvergnügen. Foto: Jochen Bake
  • Übernachtung mit Landvergnügen. Foto: Jochen Bake

Landvergnügen ist für uns ein Volltreffer. Den Preis von 49,90 Euro für das Buch hat man mit zwei oder drei Übernachtungen auf einem Campingplatz wettgemacht. Jedes Jahr ab März kommt ein neues Buch heraus und vorbestellen lohnt sich. Denn die Auflage ist limitiert und schnell vergriffen. Es kann aber auch schon einmal sein, das einem der Platz nicht gefällt, dann soll man so ehrlich sein und es sagen. Nur so erhält der Hof ein Feedback und wird sicherlich bemüht sein etwas zu ändern.

Über den Autor

Wir sind Ute und Jochen von Womo-Traveller. Seit wir ein Wohnmobil haben meiden wir Campingplätze. Jahrelang ging es mit dem Wohnwagen nach Kroatien, seit zwei Jahren haben wir unseren Traum von einem Wohnmobil erfüllt und erleben eine neue Form von Urlaub. Wir sind von Haus aus spontan und können das nun mit dem Fahrzeug ausleben. Wir sind jetzt auf keinen Campingplatz mehr angewiesen und lieben inzwischen das autarke Campen.

alle Fotos: Jochen Bake

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