Kaffee beim Camping: 50 Shades of brown
4. November 2025Ohne Kaffee beim Camping geht es nicht. Egal ob Zelt, Bulli, Kastenwagen oder Liner: auf den leckeren Wachmacher am Morgen möchte wohl niemand verzichten. Aber wie kann man denn zum Genuss kommen, wenn man keinen Landstrom oder vielleicht gar keinen Strom zur Verfügung hat? Die Antwort ist vielfältiger als du denkst. Ich zeige dir alle Methoden von Gaskocher bis 230-Volt-Strom.
Inhalt
Kaffee kochen ohne Strom
Bist du im Zelt oder mit dem Micro-Camper unterwegs, hast du vielleicht nur einen Gaskocher dabei und verzichtest komplett auf Strom. In diesem Fall ist dir ein echter Espresso nicht verwehrt, denn es gibt Geräte, die ganz einfach aus heißem Wasser und ein bisschen Muskelkraft einen passablen Espresso erzeugen.
Espresso mit der Handpresso
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Die erste Möglichkeit dazu ist die Handpresso-Espressomaschine. Sie macht nicht einfach nur Kaffee beim Camping, sondern echten Espresso. Du brauchst dazu heißes Wasser und musst vor dem Aufbrühen die Maschine für den richtigen Druck gewissermaßen aufpumpen. Dann gibst du zuerst das heiße Wasser in den kleinen Tank, dann den Kaffee oder ein ESE-Pad in den Halter, und musst schließlich nur noch eine Art Auslöser betätigen. Heraus kommt echter Espresso mit Crema, der sehr gut trinkbar ist.
Der Klassiker: Bialetti (Herdkanne)
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Diese „Kaffeemaschine“ kennt wohl jeder: die Bialetti oder Herdkanne. Das Gerät funktioniert ganz einfach. Die Bialetti wird auf einer Gasflamme erhitzt. Wasser wird in den unteren Teil gefüllt, Kaffee in ein dazwischenliegendes Sieb, und der entstehende Druck presst das Wasser durch den Kaffee nach oben. Diese Technik produziert einen konzentrierten, intensiven Kaffee, der oft fälschlicherweise als Espresso bezeichnet wird. Eine Crema gibt es nicht und meistens ist der Kaffee etwas bitter, was Experten auf die relativ hohe Brüh-Temperatur zurückführen. Praktisch ist diese Methode, weil ein einfacher Gaskocher und die leicht zu transportierende Kanne ausreichen. Den Kaffeesatz kannst du später einfach aus dem Sieb ausklopfen.
Noch ein Klassiker: French Press
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Mit der French Press ist Kaffee beim Camping ein Kinderspiel. Einfach Kaffeepulver in die Kanne, heißes Wasser drauf, abwarten und schließlich den Stempel runterdrücken. Fertig ist der Kaffee. Seine Qualität kann sich locker mit Filterkaffee messen. Damit du nicht zu viel Kaffeesatz in deiner Tasse hast, solltest du den Kaffee vorher relativ grob mahlen. Für einen guten Geschmack sollte das Wasser nicht zu heiß sein. Deshalb lasse es nach dem Kochen noch kurz abkühlen, bevor du den Kaffee aufgießt. Nachteil dieser Methode ist, dass der Kaffeesatz sich nicht so gut aus der Kanne entfernen lässt, denn einfach ausspülen ist weder für die Abflussleitung in deinem Camper noch für den Abwassertank so richtig gut. Deshalb solltest du den Kaffeesatz nach Möglichkeit einfach im Müll entsorgen.
Der gute alte Filterkaffee
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Über Filterkaffee muss ich dir wahrscheinlich nicht viel erzählen. Den kennst du von deiner Oma und von jeder x-beliebigen Kaffeemaschine zu Hause. Du brauchst eine Kanne, einen Kaffeefilter, Kaffeepulver und Filterpapier. Papier in den Filter, Kaffee rein und langsam das heiße Wasser drauf, Kaffee kommt unten raus. Am Ende kannst du einfach den Filter mitsamt dem Kaffeesatz in den Müll geben, eine saubere Sache. Falls du in Gegenden unterwegs sein wirst, in denen es kein Filterpapier gibt, kannst du auch einen Metallfilter mit sehr feinen Löchern verwenden. Dann kannst du dein Kaffeepulver einfach so in den Filter geben. Ohne Papier ist es jedoch etwas schwieriger, den Kaffeesatz aus dem Filter heraus zu bekommen. Klopfen hilft dabei. Der gefilterte Kaffee schmeckt gut und umso besser, wenn du hochwertigen Kaffee verwendest.
noch mehr Infos über Kaffee unterwegs:
Kaffee beim Camping mit 230 Volt
Auf dem Campingplatz oder wenn du einen Camper mit Wechselrichter hast, kannst du deinen Kaffee auch mit einer ganz normalen Kaffeemaschine von zu Hause kochen, egal ob es eine Filtermaschine oder ein Vollautomat ist. Beachte aber bitte, dass es schon ein leistungsstarker Wechselrichter sein sollte, denn gerade ein Kaffeevollautomat benötigt viel Leistung (und in der Regel eine reine Sinuswelle). Ich möchte hier aber in Sachen Wechselrichter nicht zu sehr ins Detail gehen, das ist ein anderes Thema.
Nespresso – eine Frage der Einstellung
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Du kannst deinen Espresso wie wir mit einer Nespresso-Maschine machen. Ja, die Kapseln sind problematisch, es gibt aber inzwischen umweltverträglichere Alternativen. Der Vorteil an der Nespresso liegt auf der Hand: die Essenza mini ist für den Camper ideal, weil sie so super-kompakt ist. Der Espresso schmeckt gut, hat eine schöne Crema und ist richtig heiß. Die Bedienung ist kinderleicht. Einfach Wasser in den Tank, Kapsel in die Maschine, vorheizen und auf den Knopf drücken. Schon ist der Espresso fertig und das ganz ohne Sauerei.
Kaffeevollautomat: möglich, aber braucht viel Platz
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Kaffeevollautomaten sind für den Kaffee beim Camping sicher praktisch. Sie sind aber in der Regel ziemlich schwer und benötigen darüber hinaus viel Platz. Außerdem haben sie eine hohe Leistungsaufnahme. Wem all das egal ist, bitteschön! Ein relativ platzsparender Vollautomat ist der Tchibo Esperto mini. Er ist nur 16 cm schmal, 40 cm tief sowie 30,4 cm hoch und wiegt „nur“ 7,4 Kilogramm. Für einen Kaffeevollautomaten ist das eher wenig. Er benötigt bis zu 1.690 Watt, das ist kein Pappenstiel. Wer auf den heimischen Komfort nicht verzichten möchte, ist mit diesem Gerät auf der sicheren Seite. Milch aufschäumen geht damit allerdings nicht. Das klappt perfekt mit dem Nanofoamer (wie das geht, erfährst du hier).
Wenn du unbegrenzt Platz- und Gewichtsreserven hast, kannst du natürlich auch einfach deinen Kaffeevollautomaten von zu Hause mitnehmen. Achte aber bitte darauf, ihn sicher zu verstauen!
Kaffee beim Camping: es geht auch mit 12 Volt
Ganz ehrlich: ich habe bisher noch nichts Gutes über Filter-Kaffeemaschinen mit 12 Volt gehört. Deshalb stelle ich die hier auch nicht vor. Die Camper, die so etwas im Gebrauch haben, berichten darüber, dass es ewig dauert und der Kaffee auch nicht besonders heiß ist. Wenn du unbedingt so ein Ding ausprobieren möchtest, bitteschön! Hier* findest du sowas, aber sag bitte nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Besser, du setzt lieber gleich auf den guten alten Kaffeefilter (s.o.).
Bella Espresso 12 Volt Kaffeemaschine
Wenn du gern Espresso magst, ist dies meine Empfehlung. Ich habe diese Maschine selbst ausprobiert und finde sie wirklich gut. Sie macht guten Espresso, ist relativ platzsparend und nicht zu schwer. Sie läuft wirklich mit 12 Volt. Etwas Geduld musst du beim Aufheizen haben, aber dann bekommst du wirklich ein gutes Ergebnis. Meine Erfahrungen zu dieser Maschine kannst du hier lesen.
Übrigens: diese Maschine ist nicht nur kompakt und vergleichsweise leicht, sie funktioniert auch mit ESE-Pads, die eher umweltfreundlich sind. Wermutstropfen: ich finde, sie ist relativ teuer. Aber irgendwas ist ja immer.
Outin Nano: mit Akku und USB-Anschluss
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Wenn du auf der Suche nach einer Espressomaschine mit USB-Anschluss bist, dann könnte die Outin Nano die richtige Wahl für dich sein. Laden ist selbstverständlich mit einem Adapter am Zigarettenanzünder möglich, sodass für dieses Gerät auch 12 Volt-Strom die richtige Wahl ist. Du kannst hier einfach Wasser einfüllen und hast die Wahl zwischen Nespressokapseln nutzen oder sie mit gemahlenem Kaffee verwenden.
Espresso mit der „Cucina di Modena“

Eine Alternative zu dieser Maschine ist die „Cucina di Modena“ von Pearl. Mit ihr kannst du sowohl Nespresso-Kapseln als auch gemahlenen Kaffee verwenden. Ansonsten ist die Bedienung kinderleicht: Kaffee oder Nespresso-Kapsel einlegen, zuschrauben und auf den Knopf drücken. Du kannst sowohl heißes als auch kaltes Wasser verwenden, die Maschine heizt selbst auf. Sie hat einen eingebauten Akku, der bei der Verwendung von kaltem Wasser für vier Espressi reichen soll. Nimmst du heißes Wasser, reicht er länger. Du kannst die Maschine auch als Powerbank nutzen, wenn du willst.
In unserem Test ist uns aufgefallen, dass die Bedienungsanleitung des Geräts unvollständig ist und dass das Laden nicht mit jedem Kabel funktioniert. Es wird aber ein passendes Kabel mitgeliefert, mit dem es problemlos geklappt hat. Das Ergebnis war ein bisschen gemischt: der Espresso hat sehr gut geschmeckt, hätte aber heißer sein können. Insgesamt aber ein gutes Gerät, das Kaffee macht, der diesen Namen auch verdient.
Transparenzhinweis: Pearl hat uns die „Cucina di Modena“ für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt.
Fazit: Wie am besten Kaffee kochen beim Camping?
Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz leicht. Denn es kommt ganz darauf an, welche Art von Kaffee du gern trinkst und welche Möglichkeiten technischer Art dir zur Verfügung stehen. Die einfachste Art, Kaffee beim Camping zu kochen, ist sicher die French Press. Willst du Espresso haben, musst du schon etwas mehr Technik haben. Und falls du auf deinen Kaffeevollautomaten nicht verzichten möchtest, benötigst du eine Menge Equipment. Es kommt also – wie so oft – ganz auf dich selbst an!
Wie trinkst du deinen Kaffee am liebsten?



Moin, mit der Bialetti New Venus für 6 Tassen kann man auch wunderbar Kaffee mit gängigen Kaffee Pads zubereiten, sie passen genau in den Kaffeebehälter. Ich benutze dafür die Becher Pads von Senseo oder 2 normale Pads übereinander, damit die Kaffeemenge passt.
Danke für den Tipp! Muss ich mal ausprobieren!