In vier Tagen an die Costa Blanca – mit Genuss

In vier Tagen an die Costa Blanca – mit Genuss

19. Dezember 2022 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Wer im Winter in die Wärme will, muss von Deutschland aus schon einige Kilometer zurücklegen. Die wärmste Gegend Europas ist im Winter die Costa Blanca. Und die lässt sich ohne große Gewalttouren mit dem Wohnmobil erreichen. Wir haben das in vier Tagen ohne Stress gemacht. Der Genuss begann schon am zweiten Tag.

Gestartet sind wir an einem Dienstagmorgen im Westen von Deutschland, nahe Limburg an der Lahn. Bei knackigen minus sieben Grad ging es mit kostengünstigem Tankstopp über Luxemburg bis weit nach Frankreich hinein. Wir wollten noch am Abend Lyon durchquert haben, um morgens ohne großen Stau weiterfahren zu können.

Richtung Costa Blanca, ohne Stress

Unser erster Zwischenstopp war deshalb La Roche de Glun, südlich von Lyon. Wir kamen hier gegen 18 Uhr auf dem Camping Car Park an. Das ist ein kleiner, ruhig gelegener Platz, der im Sommer sicher ok ist. Im Winter ist er leider etwas ungepflegt. Für uns war es aber ein guter Ort zum Übernachten. Ein guter französischer Bäcker in Laufnähe versorgte uns mit frischen Backwaren zum Frühstück. Gegen halb neun ging es los in Richtung Spanien.

Weil wir schnell vorankommen wollen, nutzen wir für solche Touren die mautpflichtige Autobahn. Wer sich treiben lassen will und sehr viel Zeit hat, kann natürlich auf der Landstraße unterwegs sein. Dann dauert es aber einfach länger.

Roses als Sprungbrett

Ohne weitere Zwischenfälle kamen wir auf unserer Route gut voran. Das Wetter war so mittelmäßig, ab und zu gab es auch etwas Regen, meistens aber war es trocken. Unser nächstes Etappenziel: Roses an der Costa Brava.

Wir kannten den Ort schon von früheren Touren und wussten, dass es dort einen sicheren und gut organisierten Wohnmobilstellplatz gibt, den wir wirklich empfehlen können. Schon gegen halb zwei konnten wir hier einchecken und schon bald die milde Mittelmeerluft aufsaugen.

Roses hat eine schöne Strandpromenade, die im Winter allerdings eher Nordseeflair mit einigen Palmen verströmt. Trotz allem ist der Ort nicht ausgestorben. Im Winter verläuft hier das Leben zwar sehr gemächlich, aber einige Restaurants und Cafés sind auch zu dieser Jahreszeit geöffnet, sodass Roses ein sehr guter Zwischenstop ist, um sich ganz langsam an das spanische Leben heranzutasten.

Spanisches Leben am Winter an der Costa Brava

Ein Spaziergang am Mittelmeer, ein Cortado im Straßencafé, all das ist auch im Dezember hier problemlos möglich, sofern es nicht gerade Katzen und Hunde regnet. Das kann leider im Winter immer mal wieder vorkommen. Wir hatten Glück und konnten uns schon ein wenig von Alltagsstress entfernen.

Der Abend war für uns eher kurz, denn nach den zwei Tagen auf der Autobahn waren wir nicht mehr so fit. Aber das kam uns entgegen, wollten wir doch am nächsten Morgen früh starten. Und das gelang uns auch.

Ein kurzes Frühstück in der Dämmerung und los ging es mit kurzem Tankstopp in Richtung El Grao de Castellón, nördlich von Valencia. An diesem Morgen goss es aus Kübeln und wir waren froh, der Costa Brava den Rücken kehren zu können. In anderen Jahren hatten wir uns in dieser Gegend auch schon mal zwei Tage Zeit gelassen und bei fast 25 Grad die Seele baumeln lassen. Dazu waren wir diesmal nicht aufgelegt.

Mittags Essen im Sonnenschein

In El Grao de Castellón dagegen erwartete uns Sonnenschein bei knapp unter 20 Grad. Es ist ein idealses Etappenziel auf dem Weg in Richtung Süden. Hier gibt es einen schmuck- aber auch kostenlosen Wohnmobilstellplatz direkt am Strand. Er ist funktional und hat Parkplatzcharakter. Man findet hier aber immer noch ein Plätzchen, weil die Aufenthaltsdauer auf zwei Tage beschränkt ist.

Von hier aus findet man einige gute Restaurants an einem kleinen Yachthafen in Laufnähe und der spanische Winter kann Fahrt aufnehmen. Pünktlich zum spanischen Mittagessen konnten wir hier unseren Platz an der Sonne einnehmen und den Tag genießen. Ein ausgedehnter Strandspaziergang schloss sich an, bevor wir uns am späten Nachmittag nach drinnen zurückzogen.

Costa Blanca ohne Camper-Romantik

Am nächsten Morgen brachen wir erneut früh auf. Unser Ziel: Altea an der Costa Blanca. Kurz vor Benidorm ist die touristische Infrastruktur sehr gut. Man darf allerdings keine allzu großen Ansprüche an das Thema Camper-Romantik stellen, denn die Gegend ist sehr dicht besiedelt. Darauf muss man eingestellt sein.

Dafür gibt es hier relativ viele Stell- und Campingplätze, die keine Wünsche offen lassen. Wer ein wenig die Sonne und das Mittelmeerflair genießen möchte, ist hier auf jeden Fall richtig.

Unsere Wahl war dieses Mal auf den San Antonio Camper Park gefallen, der in Albir direkt am Wasser liegt. Nicht unbedingt ein romatischer Ort, aber ein Platz, der sehr gut organisiert, sehr sauber und auch ruhig gelegen ist. Von hier aus kann man zu Fuß ins benachbarte Albir laufen oder auch an die Uferpromenade von Altea. Und schon ist man mitten drin im spanischen Winter an der Costa Blanca.

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