Drei Tage an der Costa Cálida: Águilas, San Juan de los Terreros und La Azohía

Drei Tage an der Costa Cálida: Águilas, San Juan de los Terreros und La Azohía

3. Januar 2022 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Was du mit Wohnmobil und Kastenwagen an der Costa Cálida erleben kannst. Unsere Erfahrungen: entspannter Urlaub und viel Ruhe. Ideal in Kombination mit dem Fahrrad.

Nach zwei Tagen an der Playa Percheles ist es Zeit für den Aufbruch. Abenteuerlich ist die Entsorgung. Nicht nur, dass die Station wenig vertrauenerweckend ausieht, sie riecht noch viel weniger angenehm. Zum Entleeren der Toilette reicht es allemal, Frischwasser würden wir hier allerdings nicht tanken. Die ganze Station ist mit seltsamen flexiblen Platten ausgelegt, die sich offenbar mit Wasser vollgesogen haben. Michas Schuhe verströmen nach dem Betreten keinen angenehmen Geruch.

Werbung

Águilas mit Parkproblemen

Weiter geht es nach Águilas, wo wir nach mittlerweile drei Jahren mal schauen wollen, was sich hier so verändert hat. Eigentlich wollen wir am Hafen parken. Aber… Google lotst uns durch die Altstadt. Und die ist noch nicht einmal für Pkw gut befahrbar. Als das Schild mit maximal zwei Meter Breite vor uns auftaucht, biegen wir ab. Eine Fehlentscheidung, wie sich später erweist.

Denn nun kommen wir erst recht ins Gassengewirr, das wimmelt von abgestellten Autos, tief hängenden Balkonen, hohen Kantsteinen und sowieso schon schmalen Straßen. An einer Ecke ist Schluss. Hier lässt sich nicht abbiegen, meint Micha. Auf der einen Ecke steht ein Pkw, auf der anderen Ecke gibt es einen gemeinen Balkon. Micha will warten, bis der Fahrer des geparkten Pkw wiederkommt.

Kurze Zeit später kommt ein weiteres Auto von hinten und biegt entspannt über den Kantstein ab. Oben auf einem Balkon ist eine Frau, die uns zeigt, wie wir fahren sollen. Mit viel Hin und Her und Gucken, Messen und genervt sein klappt es dann doch. Wir fahren nicht zum Hafen, sondern parken irgendwo am Stadtrand und laufen von dort am Wasser entlang in die Stadt. Ich habe ein schlechtes Gewissen, obwohl ich das nicht hatte ahnen können.

Gutes Essen in der Markthalle

Nach der ganzen Rangiererei und dem langen Fußweg ist die Stadt ist unser Stadtbummel etwas enttäuschend, denn inzwischen haben die Läden wegen der Siesta schon wieder zu. Hungrig sind wir trotzdem. Also suchen wir die alte Markthalle, in der wir vor drei Jahren wirklich gut gegessen haben. Und genauso ist es wieder. Ein netter Kellner versorgt uns mit Menú del día in sehr guter Qualität und für wenig Geld.

Entscheidenste Veränderung in Águilas: es gibt jetzt eine kleine Fußgängerzone. Ansonsten ist die Stadt nach wie vor chaotisch und architektonisch nicht berauschend. Die Lage mit den Stränden und der superlangen Promenade macht die Nachteile aber wett. Wir wollen dennoch nicht hierbleiben und fahren weiter nach San Juan de los Terreros.

  • Freistehplatz bei San Juan de los Terreros
  • Die Sonne geht auf über San Juan de los Terreros
  • Fahrt durchs Hinterland der Costa cálida
  • Frohe Weihnachten!
  • Am Strand von La Azhohía
  • Abends in La Azohía
  • Sonnenuntergang in La Azohía
  • Blick über die Costa cálida

Hier schlendern wir noch ein bisschen durch die Gassen und überlegen, an welchem Platz man hier wohl gut übernachten könnte. Wir finden eine steppenartige Freifläche, die bereits von einigen Campern mit viel Platz dazwischen besiedelt ist. Das Meer kann man hier zwar leider nicht sehen, aber es ist deutlich besser als auf den meisten offiziellen Stellplätzen. Wir verbringen eine sehr ruhige Nacht. Dazu kommt, dass es hier vollkommen dunkel ist, was den Schlaf für uns noch besser macht.

Mit dem Fahrrad die Costa Cálida entlang

Nach einer so angenehmen Nacht ignorieren wir den Wetterbericht, der etwas Regen prognostiziert, und brechen mit den Rädern auf in Richtung Süden, die Costa Cálida entlang. Hier gibt es ein paar sehr kleine Orte und Buchten, die man am besten auf diese Art erkundet, weil man so einfach viel mehr sieht.

Vorbei an Pozo del Esparto und Cala Panizo geht es bis nach El Calón. Alles sind sehr, sehr ruhige und im Winter fast verlassene kleine Örtchen am Meer mit teilweise schönen Stränden. Es ist bewölkt, aber nicht kalt. Heute ist der 24. Dezember, Heiligabend.

Weihnachten in San Juan de los Terreros

Wir finden ein überraschend schönes Restaurant in einer Art Einkaufszentrum. Hier gibt es hervorragendes Essen und perfekten Service. Unser bestes Essen an der Costa Cálida. Nach dem Essen sind wir suuuuper satt und radeln ganz langsam zurück zu unserem „Stellplatz“, wo andere Camper an der Gitarre Weihnachtslieder singen. Eine sehr eigentümliche Atmosphäre.

Wir verbringen einen ruhigen Abend bei Kerzenschein und ein wenig digitaler Kommunikation mit der Familie zu Hause in Deutschland. Hier in Spanien ist ja auch eigentlich erst morgen Weihnachten. Unser Weihnachtsmenü hatten wir ja schon!

Wellness für den Kastenwagen

Am Morgen des ersten Weichnachtstages sind wir früh auf den Beinen und nutzen die Gunst der Stunde, um auch frühzeitig in Águilas an der Tankstelle Ánibal zu sein. Hier praktizieren wir „Camper-Wellness“: wir lassen die deutsche Gasflasche nachfüllen, Ver- und Entsorgen und waschen Dizzy zu guter Letzt noch in der Waschbox. Er sieht nämlich inzwischen schon ganz gut gesalzen aus von den vielen Tagen und Nächten in Meeresnähe.

Als alles erledigt ist, fahren wir weiter in Richtung La Azohía. Wir wollen ein wenig dem spanischen Weihnachtstrubel entgehen. Und das gelingt im entlegenen und insgesamt zu dieser Jahreszeit sehr verschlafenen La Azohía sehr gut. Wir parken Dizzy in einer Rambla fast direkt am Strand und checken nochmal sorgfältig den Wetterbericht.

Stellplatz in der Rambla?

Denn: einen Rambla ist ein Trockenflussbett. Wenn es in den Bergen plötzlich stark regnet, kommt hier ebenfalls sehr plötzlich sehr viel Wasser an. Das möchten wir auf keinen Fall erleben, denn Dizzy ist im Schwimmen ja leider nicht so gut. Der Wetterbericht gibt uns grünes Licht und wir brechen auf zu einem ellenlangen Spaziergang am Wasser.

Unterwegs gibt es noch Kaffee an einem schön gelegenen Chiringuito, bis wir kurz vor der Dämmerung unser diesmal selbst gekochtes Weihnachtsmenü genießen. Heute wird der Abend begleitet von der Kerzenwette am Familien-Weihnachtsbaum, an der wir dank Whatsapp auch von Spanien aus teilnehmen können. Gewinnen werden wir beide nicht.

Parallel klingt der Abend mit einem wunderschönen Sonnenuntergang aus. Unser Unterhaltungsprogramm besteht aus zwei für mich desaströsen Runden SkipBo. Und natürlich aus Meeresrauschen.

Werbung