Drei Städte: Jumilla, Orihuela und Murcia

Drei Städte: Jumilla, Orihuela und Murcia

18. Dezember 2021 1 Von Frauke von Clever unterwegs

Wer in der Provinz Murcia nur die Strände besucht, verpasst eine Menge. Denn auch die Städte sind sehenswert. Wenn auch nicht alle. Wir nehmen dich mit in die drei Städte Murcia, Orihuela und Jumilla.

Der Plan für heute: Jumilla. Warum? Weil wir sehr gern Wein trinken und es sogar eine Weinstraße von Jumilla gibt. Außerdem hatten wir gelesen, dass die Altstadt von Jumilla sehenswert sein soll.

Werbung

Der Weg von Banos de Fortuna aus war… interessant. Mitten durch Obstplantagen und Weinfelder. Von Weinbergen kann man hier nicht reden, weil der Wein meist auf ebenen Flächen wächst. Dazu kommt, dass er nicht hochgebunden wird. Die Knorze sind knapp über dem Boden abgeschnitten und offenbar liegen die Triebe dann einfach auf dem Boden. Das konnten wir leider nicht sehen, weil ja Winter ist.

  • Weinstraße Jumilla
  • Unterwegs nach Jumilla
  • Kirche in Jumilla

Durchs Hinterland

Gesäumt wird die Szenerie von schroffen und sehr kargen Bergen. Ab und zu gibt es ein paar Bäume, selten ein kleines Dorf. Der Verkehr ist sehr spärlich, die Straßen etwas holprig.

Angekommen in Jumilla finden wir sofort dank Park4Night einen riesigen Parkplatz, auf dem wir Dizzy zurücklassen. Die Altstadt allerdings macht nicht so richtig Lust auf mehr. Alles ist ausgestorben, die Läden zu, obwohl Vormittag ist. Das alles begeistert uns nicht.

Auch die Bodegas der Stadt scheinen nicht das zu versprechen, was wir von Winzern in Deutschland kennen. Es sind eher Industriebetriebe, die in erster Linie durch ihre riesigen Tanks auffallen. Kurz und gut: bleiben wollen wir hier nicht. Eine Alternative muss her. Und die heißt Orihuela.

Orihuela? Sehenswert!

Ich hatte gelesen, dass das eine alte Stadt mit viel Flair ist. Also brechen wir dorthin auf und finden auch dort schnell einen für uns geeigneten Parkplatz, auf dem wir Dizzy zurücklassen können. Und tatsächlich: es gibt eine absolut sehenswerte Kathedrale mit wunderschönem Kreuzgang, alte Paläste und enge Gassen.

  • In Orihuela, am Rio Segura
  • Kathedrale von Orihuela
  • Kreuzgang der Kathedrale von Orihuela
  • In Orihuela
  • Menschenleer in Orihuela
  • In Orihuela

Leider hat inzwischen die Siesta begonnen, sodass es auch hier durch die nun geschlossenen Läden etwas tot wirkt. Dazu kommt: wir haben Hunger. Gefreut hatten wir uns auf ein Menú del día, aber das passende Lokal dazu finden wir leider nicht. Das Ergebnis ist dann ein Döner, den wir sehr hungrig verzehren.

Stellplatz Huerta de Murcia

Danach gehen wir dann noch auf Fotosafari durch die Stadt und beschließen, in der Gegend zu bleiben. Wir finden den Stellplatz Huerta de Murcia, gelegen zwischen Orihuela und Murcia. Ein absolut empfehlenswertes Fleckchen Erde. Beim Einfahren auf das Gelände begrüßt uns Trini, die mir gleich Zitronen schenkt.

Es ist hier sehr ruhig und der Platz sehr schön angelegt. Wir lassen den Tag ruhig ausklingen und beschließen: morgen geht es nach Murcia.

Nach einer wunderbar entspannten Nacht warten wir nicht, bis um 9.30 der Bäcker kommt. Zum Glück haben wir Müsli dabei, das wir gut gelaunt genießen. So starten wir gegen 10 Uhr in Richtung Murcia. Das ist nur gut zehn Kilometer entfernt, sodass wir eigentlich meinen, dass wir sehr bald die Stadt entdecken können.

Wir haben die Rechnung ohne die desolate Parkplatz-Situation in Murcia gemacht. Wer einen Pkw hat, muss sich keine Sorgen machen. Es gibt reichlich Parkhäuser, die sehr gut erreichbar sind. Aber da passen wir wegen der Höhe und wegen der dort verbotenen Flüssiggasanlage eben nicht rein.

Parken in Murcia? Besser nicht!

Park4Night weist eigentlich nur zwei geeignete Parkplätze in Innenstadtnähe aus. Der erste davon ist schlecht zu erreichen. Und voll bis zum Anschlag. Der zweite liegt eigentlich ganz in der Nähe. Aber wegen der Einbahnstraßen und des ansonsten etwas chaotischen Verkehrs brauchen wir dennoch eine halbe Stunde, um dort anzukommen.

Die Parkraumbewirtschaftung liegt hier fest in afrikanischer Hand: zwei junge Kerle nutzen die Enge und weisen die Autos ein. Ein paar Münzen lassen sie sich dafür geben. Eigentlich ein guter Service. Einer von ihnen hat einen Platz für uns ausgemacht. Bis wir uns durch die dicht an dicht geparkten Autos gequetscht haben, ist der natürlich weg.

Der freundliche Einweiser ist plötzlich gar nicht mehr so freundlich. Er hat irgendwie nicht verstanden, dass das Fahren mit einem sechs Meter Kastenwagen was anderes ist als mit einem Fiat 500. Egal. Wir drücken ihm einen Euro in die Hand und er ist besänftigt. Wir versuchen unser Glück in einem Wohngebiet und das geht sehr gut.

Aber: Parken ist nicht unmöglich

Von unserem Platz aus laufen wir in einer Viertelstunde in die Innenstadt. Und die ist wirklich sehenswert. Eine perfekt organisierte Markthalle zeigt uns alles, was die umliegenden Obst- und Gemüseanbaugebiete zu bieten haben. Dazu natürlich Fische, Fleisch, Käse und mehr. Leider wollen wir jetzt nichts einkaufen. Lust dazu hätten wir schon.

Weiter gehts in die Innenstadt mit breiten Straßen und kleinen Gassen. Dazwischen eine riesige barocke Kathedrale auf einem wunderschönen Platz, der von historischen Gebäuden gesäumt ist. Aber nicht nur die Kathedrale lohnt den einen oder anderen Blick.

  • Ayuntamiento von Murcia
  • Silhouette von Murcia
  • In Murcia
  • Barocke Katherale von Murcia
  • Zuckerbäckerei in Murcia
  • Weihnachtsdeko in Murcia
  • Teatro de Romea in Murcia
  • In Murcia
  • Kunst in Murcia

Murcia ist gespickt mit aufwändig gestalteten Palästen und einigen alten Kirchen. Dazwischen eine riesige Menge von schön dekorierten Geschäften und gut besuchten Bars, Cafés und Restaurants. Wir schlendern gut gelaunt überall herum. Vor der Kathedrale beobachten wir einen Kinderchor, der hier zur Freude der Passanten und der Eltern Weihnachtslieder singt. Ein wirklich schönes Bild.

Barockes Murcia

Wir entdecken einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk und ebenfalls von Weihnachtsliedern beschallt. Die Atmosphäre in der ganzen Stadt ist einerseits geschäftig und andererseits heiter gelassen. Uns gefällt es gut.

Wer Murcia mit seinem Wohnmobil besuchen möchte, sollte allerdings überlegen, es außerhalb zu parken und die Stadt lieber mit Bus oder Fahrrad besuchen. Der Parkplatz-Stress ist hier wirklich extrem (so haben wir das noch nirgends erlebt). Es wäre zum Beispiel möglich gewesen, von unserem Stellplatz Huerta de Murcia aus entspannt gut acht Kilometer mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren.

Wir haben das leider nicht gemacht. Und: wir hätten auch am Abend besser dorthin zurückkehren sollen. Denn als wir beschließen, wieder ans Meer zu fahren, wissen wir noch nicht, wie überfüllt die Stellplätze hier sind.

Angekommen am Stellplatz in El Pinet / La Marina heißt es dort: voll. Der Betreiber kommt aber herausgelaufen und bietet uns einen letzten Platz an, auf dem er normalerweise seinen Pkw parkt. Wir nehmen ihn, weil wir keine Lust auf weitere Sucherei haben.

Die Szenerie aus deutschen, französischen und schweizerischen Dauercampern in großen Linern hätte man sich kaum ausdenken können. Blinkende Weihnachtsdekorationen glitzern um die Wette, am Kiosk fließt das Bier in Strömen. Wir kommen uns irgendwie fehl am Platz vor. Aber: es wird dunkel und wir verbringen einen ruhigen Abend zwischen den riesigen Schiffen. Morgen ist ein neuer Tag.

Werbung