Den Watzmann im Blick – Berchtesgadener Land mit dem Wohnmobil

Den Watzmann im Blick – Berchtesgadener Land mit dem Wohnmobil

10. Februar 2026 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Berchtsgaden ist ein Urlaubsklassiker für alle Bergliebhaber. Wer das Berchtesgadener Land mit dem Wohnmobil erkunden möchte, sollte sich sehr gut vorbereiten. Denn die Region ist ein touristisches Highlight und aus diesem Grund heißbegehrt. Warum? Weil es sich lohnt.

Wir hatten für unseren Ausflug in die Region das Osterwochenende gewählt, nicht unbedingt so richtig clever, wenn man nicht im Vorfeld reserviert hat. Aber dennoch machbarer als wir vorher gedacht hatten. Ohne Reservierung sind wir deshalb gestartet, weil das Wetter an diesem Osterwochenende in für uns erreichbaren Gegenden nicht so richtig gut vorhergesagt war. Wir wagten dennoch den Sprung ins Berchtesgadener Land mit dem Wohnmobil, weil es dort noch am besten werden sollte. Und genau so kam es dann auch.

Warum sich ein Ausflug ins Berchtesgadener Land mit dem Wohnmobil lohnt

Du magst Berge? Du magst Seen? Du magst romantische bayerische Orte? Dann ist das Berchtesgadener Land sicher ein Top-Ziel für dich. Denn von allem findest du hier etwas und das in märchenhafter Schönheit. Fangen wir mit dem Königssee an: ein von hohen Felswänden umschlossener, fast schon mystisch anmutender grüner See, an dessen einem Ufer der Ort Schönau liegt, genau das ist der Königssee. Leider muss man sagen, dass er auch eines der Top-Touristenziele im südlichen Bayern ist und deshalb sehr, sehr gut besucht.

Königssee: ein Muss für Alpen-Fans

Wenn du den See etwas mehr für dich haben möchtest, ist es eine gute Idee, früh am Morgen oder am frühen Abend hierherzukommen, denn dann sind die meisten Tagesbesucher schon wieder weg und du kannst den See in seiner vollen Schönheit genießen. Besonders leicht geht das, wenn du dein Wohnmobil ganz in der Nähe auf dem Wohnmobilstellplatz abstellst. Dieser Platz ist zwar kein Highlight und mit fast 30 Euro Kosten für eine Übernachtung wahrlich kein Schnäppchen, aber er ermöglicht dir eine unkomplizierte Übernachtung ganz in der Nähe des Königssees. Wenn du am späten Vormittag ankommst, wirst du normalerweise hier auch einen Platz finden können.

Von diesem Platz aus bist du in etwa zehn Minuten zu Fuß am Königssee. Tagsüber kannst du den See per Schiff erkunden oder einfach den leicht zu gehenden Malerwinkl Rundweg laufen, den du in etwa eineinhalb Stunden schaffen kannst. Bereits auf dieser kurzen Runde hast du einen wunderschönen Blick auf den See, den du nicht vergessen wirst. Er ist eingerahmt von schroffen Felswänden, die der ganzen Umgebung fast etwas Mystisches geben.

Der Ort Schönau ist voll mit Souvenirläden und dem üblichen Touristen-Nepp und natürlich von Bustouristen aus aller Welt bevölkert. Trotz allem lohnt sich der Besuch des pittoresken Ortes mit seinen verzierten Häusern und den vielen Bootshäusern auf dem See. Ein Mal im Leben sollte man hier gewesen sein. Wie lange und wie intensiv du den Ort besuchst, hängt davon ab, wie sehr er dich in den Bann zieht. Aber mit einem Eis in der Hand auf einer Bank den Blick auf den See genießen, das macht sicher den meisten Spaß.

Wanderung zur Gotzenalm: Highlight für Ambitionierte

Wenn du sportlich fit bist und gern wanderst, solltest du vielleicht noch die Wanderung zur Gotzenalm ins Auge fassen. Du startest beim großen Parkplatz am Königssee und überwindest fast 1.400 Höhenmeter, bis du schließlich einen atemberaubenden Blick auf den See genießen kannst. Unterwegs passierst du noch einen nicht weniger sehenswerten Aussichtspunkt, der dir das Watzmann-Panorama vor Augen führt. Die insgesamt gut 22 Kilometer sind allerdings nicht für jeden die ideale Distanz. Wir haben diese Wanderung selbst nicht gemacht, aber davon gehört, dass sie wirklich spektakulär sein soll.

Leider gibt es eine Wahrheit, die man in dieser touristisch stark frequentierten Gegend akzeptieren muss: es ist nicht leicht, einen Übernachtungsplatz zu finden, zumindest nicht an Wochenenden und Feiertagen. Du solltest also flexibel sein und weder bei der Lage noch beim Preis besonders anspruchsvoll. Es ist zwar möglich, einen Campingplatz vorab zu reservieren, aber das geht oft erst ab drei oder noch mehr Nächten. Wohnmobilstellplätze sind rar und häufig voll. Wenn du spontan anreisen möchtest, wird das in vielen Fällen möglich sein. Am besten wählst du den späten Vormittag für die Ankunft, dann fahren erfahrungsgemäß einige Camper weg und du kannst ihren Platz ergattern.

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Unsere Übernachtungs-Tipps für das Berchtesgadener Land

Camping Allweglehen: 5-Sterne Campinplatz, der wirklich empfehlenswert ist. Wenn du es schaffst, hier eine Parzelle zu bekommen, wirst du in 99 Prozent der Fälle einen herrlichen Blick auf den Watzmann haben. Der Platz ist sehr gut geführt, sehr sauber und richtig schön, hat aber auch seinen Preis. Ganzjährig geöffnet. Vor der Schranke gibt es auch einen Wohnmobilstellplatz. Hier ist die Aussicht nicht ganz so schön, aber du kannst alle Einrichtungen des Campingplatzes mitbenutzen.

Camping Grafenlehen: einen Steinwurf vom Königssee entfernt und gut gelegen für Wanderungen und Radtouren in der Gegend.

Camping Mühlleiten: ebenfalls nah am Königssee. Kleiner Campingplatz mit guter Ausstattung.

Camping Winkl-Landthal: inmitten der Natur gelegen und ideal für Wanderer.

Camping Simonhof: grüne Lage direkt am Bach in der Nähe von Ramsau.

Wohnmobilstellplatz an der Rupertustherme: in Bad Reichenhall, sehr gut gelegen und sehr stark frequentiert.

Wohnmobilstellplatz am Königssee: nicht schön, aber praktisch und sehr groß. Fußläufig zum Königssee.

Übrigens: all diese Stellplätze haben wir mit der App Campercontact gefunden, die ich dir wirklich empfehlen kann. Du kannst sie für Android gleich hier herunterladen, für iOs ist sie hier. (Campercontact hat diesen Beitrag finanziell unterstützt). Mehr über Camping-Apps liest du hier.

Ausflug nach Bad Reichenhall

Je nachdem, wo du übernachtest, kannst du eine Fahrradtour machen. Wir haben mit unseren E-Bikes eine Tour vom Camping Allweglehen nach Bad Reichenhall gemacht. Für diese Tour brauchst du kein E-Bike, denn sie ist größtenteils flach. Auf gut beschildertem Weg und meistens mitten in der Natur kannst du wunderschön dahinrollen. Bad Reichenhall mit seinem sehenswerten Kurgarten und der pittoresken Altstadt solltest du auf keinen Fall verpassen.

Natürlich solltest du ebenfalls einen Abstecher nach Berchtesgaden machen. Für beide Orte gilt: bei schönem Wetter ist hier eine Menge los. Zu Recht, denn beide Städtchen sind sehr sehenswert und bieten ein historisches Ambiente. Natürlich macht es auch Spaß, hier auf ein Eis, ein Getränk oder ein Mittagessen einzukehren und dem Treiben in den Gassen zuzuschauen.

Obersalzberg: macht sehr nachdenklich

Wenn du mit deinem Wohnmobil im Berchtesgadener Land unterwegs bist, solltest du auf keinen Fall den Obersalzberg verpassen. Hier hat Adolf Hitler über einige Jahre seinen privaten Wohnsitz gehabt und sich an diesem Ort als sympathischer und heimatverbundener Mensch inszeniert (mir als PR-Profi lief es kalt den Rücken hinunter!). Gleichzeitig wurde hier die Kommandozentrale des „Führers“ eingerichtet, von der aus teilweise das Dritte Reich regiert wurde. Heute gibt es hier ein Dokumentationszentrum.

Die Dokumentation Obersalzberg ist ein Lern- und Erinnerungsort. Sie setzt sich mit der Geschichte des Obersalzbergs und der NS-Diktatur auseinander. Das Zentrum zeigt eindrucksvoll eine Facette des Nationalsozialismus, die im Schulunterricht nicht offenbar wird. Ein Besuch lohnt sich für jeden, der sich mit der Geschichte Deutschlands auseinandersetzen möchte. Wir haben unseren Ausflug zum Obersalzberg mit einer kleinen Wanderung kombiniert, denn vom Camping Allweglehen aus ist es circa eine Stunde zu Fuß bis zum Dokumentationszentrum.

Es gibt auch die Möglichkeit, mit der Obersalzbergbahn direkt von Berchtesgaden aus zum Dokumentationszentrum zu gelangen. Wer möchte, kann auch von hier oben aus zu herrlichen Wanderungen starten, zum Beispiel zum Kehlsteinhaus. Das ist ebenfalls ein historisch bedeutsamer Ort, an dem Hitler den einen oder anderen Staatsgast empfangen hat (zum Beispiel Mussolini). Heute sieht es hier idyllisch aus und man kann die herrliche Aussicht genießen. Achtung, das Kehlsteinhaus ist – anders als das Dokumentationszentrum – nur im Sommer geöffnet.

Berchtesgadener Land mit dem Wohnmobil – viel zu sehen

Es gäbe noch viel mehr zu unternehmen im Berchtesgadener Land. Wir haben hier ein Osterwochenende verbracht und konnten nur einen kleinen Ausschnitt aus der vielfältigen Bergwelt mitnehmen. Aber: wir kommen wieder. Wir können euch auf jeden Fall die Reise in diese wunderschöne Gegend empfehlen.

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