Campingtoilette - welcher Zusatz ist der richtige?

Deine Campingtoilette, das unbekannte Wesen

Egal ob Kastenwagen oder Wohmobil: so eine Campingtoilette ist schon eine tolle Sache. Mir fehlt sie richtig, wenn ich mal längere Strecken mit dem Pkw unterwegs bin. Denn mit dem mobilen Klo gehört der Besuch von Autobahnraststätten der Vergangenheit an. Aber: was braucht man eigentlich, wenn man mit dem Chemieklo unterwegs ist? Wir haben ein paar Antworten für euch.

Campingtoilette: welcher Zusatz ist der richtige?

Das erste, was einem zur Campingtoilette einfällt, ist ja der Zusatz. Den braucht man, damit sich im Inneren des Fäkaltanks auch alles richtig gut zersetzt. Wir wollten von Anfang an keine konventionelle Chemie einsetzen, weil es immer mehr Plätze gibt, an denen man solche Toiletten nicht entsorgen darf. Und irgendwie erschien es uns insgesamt umweltfreundlicher, nicht auf die chemische Keule zu setzen. Aber: welches Mittel ist nun das richtige?

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Gute Frage. Die Mittel gibt es in unterschiedlichen Formen. Mal sind sie flüssig, mal kommen sie als Granulat oder als Tab. Es gibt sie im Baumarkt, Campinggeschäft oder online. Alle haben sie eines gemeinsam: sie sind ganz schön teuer. Da wird ein Mittel wie Awiwa beworben mit “sehr ergiebig”. Und da reicht ein Liter für 20 Anwendungen. Das Mittel kostet in der Literflasche circa 20 Euro. Da wird ein Euro pro Toilettenfüllung fällig. Jeder mag selbst beurteilen, ob das viel oder wenig ist.

Anfangs hatten wir das Produkt Bigsan von Dr. Keddo* im Einsatz. Wir fanden das Mittel ok. Mehr nicht. Es ist ein Granulat, das in einer recht praktischen Dose geliefert wird. Die passt bei uns zufällig genau in die Aussparung unter dem Waschbecken (die es nur gibt, weil wir dort eine Serviceklappe eingebaut haben).

Öko in der Campingtoilette – oder nicht?

Man schüttet etwa zwei mitgelieferte Löffel des Granulats in die Cassette, Wasser dazu und etwas Zitronenöl, fertig. Am Anfang riecht es auch ganz gut nach Zitrone. Aber nicht lange… Schon am Morgen des zweiten Tages kann es im Sommer hässlich riechen. Und das wird mit der Zeit nicht besser. Dazu kam bei uns, dass sich nicht alles, was fest war, auch tatsächlich im Tank verflüssigte. Das fanden wir nicht so gut. So konnte Dr. Keddo bei uns langfristig keine Punkte sammeln. Wenigstens hatten wir ein gutes Gewissen, da es hieß, das Mittel sei zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Das glauben wir jetzt mal…

Ammovit ist eine körnige sandähnliche Substanz
So sieht Ammovit in unserer Metalldose aus

Einige Recherchen in verschiedenen Foren brachten uns auf Ammovit.* Was ist das denn? Das gibt es bisher nämlich nicht bei den einschlägigen Camping-Händlern. Wir haben es bisher jedenfalls dort nicht gefunden. Wir haben zunächst unseren Tank mit Gebissreiniger von den gröbsten Ablagerungen befreit. Und dann kam Ammovit zum Einsatz. Am Anfang hat es ziemlich übel gerochen. Mit der Zeit aber (so etwa nach 10 Anwendungen) bilden sich kaum noch Gerüche. Nach längerer Fahrt bei heißen Außentemperaturen kann es zwar riechen. Aber das dauert nicht lange.

Chemietoilette funktioniert prima mit Ammovit

Wunderbarerweise ist die sonstige Wirkung von Ammovit in der Campingtoilette einfach top. Der gesamte Tankinhalt ist zwar mehr oder weniger dunkelbraun bis schwarz. Aber auch komplett flüssig. Und das schon nach kurzer Zeit. Wir sind jedenfalls mit der Wirkung von Ammovit sehr zufrieden. Dazu kommt, dass fünf Kilo Ammovit keine 20 Euro kosten. Wir denken, dass wir bei unserem Reiseverhalten vielleicht 1,5 Kilo im Jahr brauchen. Den Einzelpreis könnt ihr euch jetzt gern selbst ausrechnen.

Dosierung Ammovit für die Campingtoilette
Chemietoilette: Zwei Löffel Ammovit, Wasser dazu, fertig.

Die fünf Kilo Dose haben wir nicht dabei. Wir füllen das Ammovit, das aussieht wie grober Sand, in eine Dose mit Dichtung um, die eigentlich mal für Kaffee gedacht war. Das Mittel neigt nämlich dazu, sich in Stein zu verwandeln. Kommt es nicht mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt, ist alles gut. In unsere Kaffeedose bleibt es schön körnig und lässt sich prima anwenden. Wir tun etwa zwei Esslöffel in den Fäkaltank, Wasser dazu, fertig.

Laut Hersteller ist Ammovit auch zur Rasendüngung geeignet und vollständig biologisch abbaubar. Der Hersteller sagt auch, dass man den Inhalt der Toilettencassette damit bedenkenlos als Dünger für seinen Garten verwenden könnte. Das wollen wir zwar nicht ausprobieren, aber wir haben jedenfalls ein gutes Gewissen.

Toilettenpapier in der Campingtoilette? Dünn muss es sein

Nun zu einer anderen Sache, die die Campinghändler immer wieder gern verkaufen: spezielles Toilettenpapier*. Als wir noch mit Dr. Keddo gearbeitet haben, hatten wir in der Tat das Problem, dass sich das Papier nicht gut zersetzt hat. Wir haben einfaches Toilettenpapier aus dem Supermarkt im Einsatz, jeweils das dünnste, das wir finden können.

Und genau dies Papier finden wir nun beim Entleeren unserer Cassette gar nicht mehr wieder. Es ist komplett zersetzt. Wir achten allerdings darauf, nicht zu große Stücke auf einmal wegzuwerfen und gehen auch insgesamt sparsam damit um. 

Ihr seht, der Umgang mit der Campingtoilette ist gar nicht mal so schlimm. Na klar, es gibt Schöneres als den Tank zu leeren. Aber wir haben uns dran gewöhnt und finden es inzwischen ok. Habt ihr einen speziellen Tipp rund ums Chemieklo? Immer her damit!

Ihr fühlt euch jetzt stark genug für das Putzen eures Camping-Bads? Dann lest doch mal unseren Artikel zum Thema Putzen…

2 Gedanken zu „Deine Campingtoilette, das unbekannte Wesen

  1. Ich empfehle das SOG -System. Wir haben es seit 13 Jahren im Wohnmobil eingebaut und kommen ganz ohne Chemie aus. Lediglich ein bisschen Schmierseife kommt hinein. Das was sie über das Papier schreiben kann ich voll bestätigen

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