Going South – oder ab an die Costa Cálida

20. Dezember 2018 0 Von Frauke von Clever unterwegs

Cambrils war ja schon mal nicht schlecht. AAAaber… Dort ist es im Dezember erstens unbeständig und zweitens ganz schön frisch. Dazu kommt der Wind. Micha hat nachts gefroren, die Heizung hatten wir nur auf zwölf Grad gestellt. Das war wohl zu wenig. So war klar, dass es zügig weitergehen sollte. Richtung Calpe sollte es gehen.

Zunächst stand jedoch Peníscola auf dem Programm. Ein wirklich netter Ort mit einem tollen Kastell auf einer malerischen Halbinsel. Im Nachbarort Benicarló gibt es sogar einen kostenlosen Stellplatz mit ein bisschen Meerblick. Der ist zwar nicht extrem romantisch, erfüllte für uns aber absolut seinen Zweck.

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Ziel: Peníscola

Am späten Vormittag ergatterten wir hier den vorletzten von sieben Plätzen und machten uns fast sofort auf in Richtung Peníscola. Irgendwo hatte ich gelesen, dass die beiden Orte durch die Strandpromenade von zweieinhalb Kilometern verbunden sind. Dass sie verbunden sind, stimmt. Nur die Kilometerzahl war etwas zu klein. Wie gut, dass wir schon auf dem Hinweg die Busse entdeckten und mehr oder weniger spontan beschlossen, den Rückweg auf diese bequeme Art zurückzulegen.

Erstmal nahmen wir ein optisch ansprechendes aber leider etwas übersichtliches Mittagessen zu uns. Highlight dort war die wirklich tolle Aussicht auf das Kastell. Dorthin zog es uns nach der Nahrungsaufnahme. Eine Altstadt wie gemalt. Kleine enge Gässchen mit Kieselpflaster, dazwischen immer wieder tolle Aussichten aufs Meer.

Die Temperatur war angenehm, so um die 16 Grad. Auf beiden Seiten der kleinen Halbinsel gab es Restaurants und Cafés. Leider hat jetzt im Dezember vieles geschlossen. Ohnehin wirkte ganz Peníscola ein wenig im Winterschlaf versunken. Einige wackere Kämpfer gegen die Flaute im Geschäft hatte es an den Hafen verschlagen. Dort versuchten sie, ahnungslose Touristen zu einem Mittagessen zu verführen. Bei uns kam diese Animation zu spät.

Bei einem Cortado am Hafen ließen wir den Nachmittag ausklingen. Der Bus brachte uns zurück nach Benicarló. Zum Glück! 14 Kilometer hatte mein Fitnesstracker schon gezählt…. Der Tag fand ein ruhiges Ende mit Lesen und Recherchen zum weiteren Reiseverlauf.

Weiter: nach Dénia

Auf den Luxus von Brötchen oder frischem Brot mussten wir in Benicarló verzichten. Darauf waren wir vorbereitet. Denn obwohl fast neben dem Stellplatz ein Supermarkt war, machte der für unsere Verhältnisse einfach zu spät auf. Neun Uhr erschien uns für den Beginn unseres Frühstücks einfach zu spät.

Unser Proviant ermöglichte uns Pfannkuchen mit Apfelstücken, eine schöne Abwechslung. Gegen neun brachen wir auf und fuhren ohne weitere Zwischenfälle nach Dénia. Ein maritimes Städtchen mit einem Fähr- und einem Yachthafen. Genau dort gibt es ein Restaurant, das uns ein phantastisches Mittagessen ermöglichte.

Das Republic Dénia empfehlen wir ausdrücklich. Ein Menú del Día mit vier Gängen aus frischen Zutaten, kreativ zubereitet und sehr frisch. Jetzt im Winter zahlt man dafür ganze 12,95 €. So gestärkt verließen wir den Hafen und fanden bald in einem am Meer gelegenen Stadtteil von Dénia unseren Platz direkt am Meer. Ein ausgedehnter Spaziergang am Wasser dauerte bis zur Dämmerung. Das Abendessen war spartanisch.

Unser Schlaf war vom Meeresrauschen begleitet und sehr ruhig. Morgens ging die Sonne farbig auf. Unser Müsli war dann gleich doppelt lecker. Da konnte es gleich nach Calpe weitergehen. Calpe… – wir dachten an einen romantischen Ort am Meer… Was wir vorfanden, war ein Wolkenkratzer-Eldorado vor einer Felskulisse.

Aber von Anfang an. Unser Stellplatz lag etwas außerhalb des Ortes auf einer Anhöhe unter Bäumen. Für einen Wohnmobil-Stellplatz war das absolut ok. Schnell waren die Fahrräder startklar, damit es auf Entdeckungsreise gehen konnte. Begeistert waren wir nicht. Na klar, ein schöner Strand, eine lange Promenade. Aber das alles gesäumt von wirklich hässlichen Betonbunkern.

Calpe, ein Traum in Beton

Bei uns hat Calpe keine Punkte gesammelt, auch wenn wir am Ende einen schönen Weg zurück direkt an den Stränden der Stadt gefahren sind. Zurück auf dem Stellplatz wollten wir noch schnell ein paar Sachen zum Abendessen einkaufen. Der deutsche Supermarkt um die Ecke konnte uns mit seinen Gürkchen und Vollkornbrot aber nicht überzeugen, sodass wir im nahegelegenen Steakhaus Grizzly unseren Hunger stillen konnten.

Ein verwegener Plan wurde am Abend geschmiedet: wir fahren einfach drauflos, immer an der Küste entlang. Wenn es uns irgendwo gefällt, dann bleiben wir dort. Womit wir nicht gerechnet hatten: diese total zersiedelte Gegend voll mit Beton, Hochhäusern und Urbanisationen entwickelt nur wenig Charme. Romantische Örtchen wie in Italien sucht man hier vergeblich.

Die Stimmung war so mittel. Eine Mittagspause in Guardamar brachte keine Besserung. Wir fuhren weiter und füllten unseren Kühlschrank in einem Carrefour-Markt in Torrevieja. Nun stehen wir mit DizZy auf einer Klippe direkt am Meer. Im Prinzip gut. Wenn man nach vorne schaut. Hinter uns reihen sich eintönige verlassene Ferienhäuser auf. Hier und da eine geschlossene Kneipe oder ein Supermarkt im Winterschlaf. Irgendwie seltsam…

Das wunderschöne Meer hier und die kleinen Buchten passen so gar nicht dazu. Wir sind gespannt, wie es morgen weitergeht!

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