Badestelle bei Jemgum

Ostfriesland – so weit das Auge reicht!

Mit dem Kastenwagen ist die Nordsee vom Lahntal aus schnell erreicht. Ein langes Wochenende ist da eine gute Option. Mit unserem Clever nach Ostfriesland, das war der Plan. Bei knapp dreißig Grad wollten wir Abkühlung. Dass es die erst nach zwei Tagen gab – geschenkt. Los ging es schon am Mittwoch Abend. Wir kamen bis Stadtlohn im Münsterland. Der kostenlose Stellplatz dort… naja, er erfüllte seinen Zweck. Zwei Dickschiffe haben leider den eigentlichen Stellplatz so zugeparkt, dass für uns gar kein Platz mehr war. Aber das war egal, weil es dort einen riesigen Parkplatz gab, auf dem noch circa 100 andere Clever einen Platz gefunden hätten. Wenn sie denn gewollt hätten.

Gar nicht leer in Leer

Eine warme Nacht ohne Abkühlung ließ unsere Bettdecken auf die Sitzbank wandern. Unsere Fleecedecken sollten ausreichen. Wach wurden wir mit den ersten Vögeln und starteten direkt zum Bäcker, auf dessen Parkplatz wir unser Frühstück einnahmen. So konnte die Fahrt in Richtung Leer schnell losgehen. Leer – das klingt nach Ostfriesentee und norddeutscher Gemütlichkeit. Nach Tee war uns bei knapp 30 Grad nicht so sehr. Aber ein Bummel durch die Altstadt musste sein. Wie es dort aussieht? Schaut einfach selbst!

Alter Hafen in Leer

 

Leer ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die wunderschöne Lage an der Ems-Mündung und die absolut sehenswerte Altstadt sollte man sich nicht entgehen lassen. Aber wir wollten an diesem verlängerten Wochenende möglichst viel von Ostfriesland sehen, sodass es uns weiterzog. Eigentlich hatten wir die alte Bohrinsel bei Jemgum zu unserem Nachtquartier erkoren. Aber dort angekommen, stellten wir fest, dass das Übernachten dort im Camper nicht erlaubt ist. Tagsüber darf man dort baden, aber abends soll man diesen Platz wieder verlassen. Es ist eben mitten im Nationalpark Wattenmeer. Und: zugegebenermaßen ist es dort sehr einsam…alte Bohrinsel bei Jemgum

Greetsiel: Krabbenkutter überall

So zogen wir weiter in belebtere Gegenden. Das eher quirlige Greetsiel war unser Ziel für den Tag. Dort gibt es einen Wohnmobilstellplatz und natürlich jede Menge touristische Infrastruktur. Dass der eigentliche Stellplatz voll war bis zum Anschlag, war nicht so schlimm. Netterweise durfte man sich mit dem entsprechenden Parkschein auf den Parkplatz direkt daneben stellen. Strom war dann zwar nicht in Reichweite, aber mit zwei Aufbaubatterien und Solar auf dem Dach brauchten wir den sowieso nicht.

Greetsiel ist Nordsee-Romantik pur. Ein kleiner Hafen mit Krabbenkuttern versprüht den richtigen maritimen Charme. Allerdings kann man auch sagen, dass Greetsiel schon lange kein Geheimtipp mehr ist. Nicht nur tagsüber, auch abends ist dort jede Menge los. Und das, obwohl in der direkten Umgebung kein wirklicher Sandstrand zu finden ist…

 

Weil Greetsiel so romantisch ist, kommen auch viele Touristen hierher. Das hat Vor- und Nachteile zugleich. Einerseits ist die Infrastruktur für Touristen hervorragend: es gibt jede Menge Cafés und Restaurants. Der Wohnmobilstellplatz ist dabei leider nicht mitgekommen. Schade, denn er hat durchaus Potenzial. Vielleicht entschließt man sich ja noch, eine Fläche am Hafen im Sommer für Wohnmobile zugänglich zu machen. Das wäre ein Traum!

Clever in Ostfriesland

Abends wollten wir gemütlich etwas essen gehen. Leider hatte ein drohendes Gewitter alle Außenplätze im Eilverfahren geräumt. Und wir nicht reserviert. So irrten wir im aufziehenden Regen durch den Ort, um noch ein Plätzchen zum Essen zu finden. Das war nicht ganz leicht, gelang aber am Ende doch. So konnten wir dem Unwetter bei Pizza entgehen. Danach schlenderten wir ganz in Ruhe im Trockenen zurück zum Stellplatz. Angenehm war, dass es nun wieder kühl zum Schlafen war.

Heute sollte es weiter gehen in Richtung Norddeich. Den Weg dorthin legten wir getrennt zurück. Ich mit dem Fahrrad, Micha nahm DizZy mit nach Norddeich. Der Ort Norddeich ist nicht weiter sehenswert. Eine Straße, gesäumt von mehr oder weniger schönen Restaurants. Uns hat es nicht gefallen, sodass wir weiter fuhren nach Neßmersiel.

Hafen NeßmersielStellplatz NeßmersielHafen NeßmersielSalzwieseHafen Neßmersiel Wohnmobilstellplatz

Dort empfing uns… Beschaulichkeit! Eine Wiese mit ein paar Wohnmobilen, hinter den Salzwiesen die Nordsee. Sonst nicht viel. Wir genossen den Nachmittag im Sonnenschein und den kühleren Abend drinnen bei Nudeln, Wein und MauMau (ja, wirklich!). Am nächsten Morgen machten wir uns auf nach Neuharlingersiel. Dort war es brechend voll. Warum?

Wohnmobilstellplätze sind Mangelware in Ostfriesland

Eine ortsansässige Versicherung feierte zu ihrem 200sten Geburtstag ein Hafenfest. Und alle Bürger und Touristen waren dabei. Trotz des etwas trüben Wetters war das zwar ein Riesen-Spaß. Aber… Der Wohnmobilstellplatz war voll. Übervoll. Wir schlenderten über das Fest, aßen, tranken, waren am Strand, genossen unseren Urlaub. Bleiben wollten wir aber nicht. Der Campingplatz schien uns ebenfalls ganz schön voll zu sein, der Stellplatz davor hatte den Charme eines Supermarkt-Parkplatzes.

Hafenfest NeuharlingersielRostige Möwe in NeuharlingersielFischkutter laufen in Neuharlingersiel einShanty Chor: es gibt auch Fanartikel!Hafen NeuharlingersielHafen Neuharlingersiel

 

Und genau hier ist das Problem: an so einem verlängerten Wochenende (in diesem Fall Fronleichnam: kein Feiertag in Niedersachsen, aber in NRW, RLP und Hessen) ist hier einfach zu viel los. Wir wollten uns gar nicht vorstellen, wie es im Sommer aussieht. Schade eigentlich, denn wir wären gern geblieben. In Bensersiel bot sich ein ähnliches Bild. Leider. So zogen wir weiter nach Hooksiel, wo der Wohnmobilstellplatz ebenfalls brechend voll war. Übrigens: es gibt wenig Alternativen in der Gegend. Lauschige Plätze sind oft genug nur schwer erreichbar…

Am Hundstrand von Hooksiel dagegen fanden wir einen kostenlosen Parkplatz, der den Vorteil hatte, dass in der Nähe ein wirklich schönes Restaurant war, wo wir unseren Ostfriesland-Trip gemütlich abschließen konnten. Hier standen wir im Grünen und hatten unsere Ruhe. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis hier die Wohnmobil-Verboten-Schilder aus dem Boden sprießen…

DizZy in Hooksiel

 

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