Brauche ich für meinen Kastenwagen wirklich ein Camper-Navi?

Brauche ich für meinen Kastenwagen wirklich ein Camper-Navi?

2. Dezember 2021 6 Von Frauke von Clever unterwegs

Die Wohnmobil-Händler verkaufen zusammen mit einem Neufahrzeug gern ein Marken-Navigationsgerät speziell für Wohnmobile, das oft genug 1.000 Euro und mehr kostet. Am Ende ist ein solches Camper-Navi nicht immer ein Quell der Freude. Und: für den Kastenwagen reicht normalerweise ein einfaches Android-Radio. Das hat nämlich eine Menge Vorteile.

Eins vorweg: Wer mit seinem Camper-Navi glücklich ist, hat alles richtig gemacht. Wir hatten anfangs auf ein eher günstiges Gerät von Xzent gesetzt. Das ist in der Preisklasse von gut 600 Euro und… funktioniert. Vorteil dieses Gerätes war es, dass ein spezielles Navigationssystem für Camper an Bord ist, bei dem man auch die Höhe und Breite des Fahrzeugs einstellen kann. So steht man am Ende nicht vor einer engen Gasse, durch die der Kastenwagen nicht hindurchgeht.

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Camper-Navi: drei Nachteile

Unser Xzent-Navi hat uns aber aus drei Gründen mächtig genervt: erstens war es extrem langsam. Zweitens ließ es sich nur sehr selten mit unseren Handys koppeln. Das lag daran, dass die Software des Navis eigentlich immer der der Handys hinterherhinkte. Der dritte Grund war für uns aber der wichtigste: es gab keine Möglichkeit, andere Apps zu installieren. Das ließ dieses System einfach nicht zu.

Dabei ist dieser „Moniceiver“ eigentlich auch nur ein Android-Radio. Sein Betriebssystem ist allerdings so modifiziert, dass die Nutzer selber einfach weniger einstellen können. Das hat nicht nur Nachteile, denn dadurch erreicht der Hersteller Stabilität für den Betrieb des Geräts. Viele verschiedene Apps sorgen eben auch für Unvorhergesehenes. Wer aber gern bestimmte Apps nutzen möchte, kann sie hier nicht installieren.

Probleme mit dem Handy

Das wäre kein Problem, wenn man das Handy einfach koppeln könnte. Dann könnte man die benötigten Apps eben auf dem Handy installieren, das Handy verbinden und dann die Apps vom Android-Radio aus nutzen. Das geht sicher bei dem einen oder anderen Camper-Navi ganz gut, beim Xzent X-F270*, das wir früher hatten, gab es zumindest mit unseren Handys einige Probleme.

Ein Android-Radio ist eigentlich ein Tablet in Radio-Gestalt, das außerdem mit einem Radio-Empfangsteil ausgestattet ist. Wer will, kann auch noch ein DAB+ Modul ergänzen und kann dann den digitalen Radio-Empfang genießen. Es lässt sich in den meisten Fällen mit einer eigenen SIM-Karte bestücken, sodass man es flexibel und ohne nachzudenken auch unterwegs gut nutzen kann. Außerdem kannst du es per WLAN entweder mit deinem Handy oder deinem Festnetz-Anschluss zu Hause verbinden und so bequem Daten herunterladen.

Freiheit mit dem Android-Radio

Daten herunterladen? Ja, denn genau wie bei einem Handy oder Tablet kannst du bei einem Android-Radio selbst entscheiden, welche Apps du nutzt. Ein paar sind vorinstalliert, aber die meisten Apps kannst du ganz nach Lust und Laune laden und konfigurieren. Willst du zum Beispiel ein bestimmtes Camper-Navi haben, so lädst du dir einfach die App dazu herunter. Die bekanntesten Apps dafür sind zum Beispiel Sygic oder CoPilot. Diese Apps kannst du erstmal kostenlos für eine gewisse Zeit testen und dich dann entscheiden, ob sie das Richtige für dich sind.

Wir sind bisher nicht über Google Maps hinausgekommen. Der Grund dafür ist ganz einfach. Ein Kastenwagen ist in den meisten Fällen klein genug, um nicht an einer Brücke hängenzubleiben. Ganz selten mussten wir schon mal umkehren, weil es doch zu eng wurde. In der Regel aber passt es so gut, dass wir bisher noch keinen Grund gesehen haben, uns eine andere App anzuschaffen.

Keine spezielle App für Camper-Navi nötig

Wir schätzen an Google Maps außerdem, dass die Stau-Umfahrungen und Verkehrsstörungen überhaupt sehr genau und in der Regel auch praktikabel sind. Bei größeren Fahrzeugen ist es sicher anders und die Überlegung für ein spezielles Camper-Navi sinnvoll. Eine Alternative können übrigens Navigations-Apps für Lkw sein. Auch bei denen kann man die Länge und Höhe des Fahrzeugs einstellen. Es hilft also, ein bisschen über den Tellerrand hinauszuschauen.

Nach fast vier Jahren haben wir schon unser drittes Radio angeschafft. Es ist ein Vanku 10-Zöller (s. Beitrags-Bild, noch mit Schutzfolie). Wir wollten einfach mehr Komfort. Der Einbau war ganz einfach. Wir mussten im Prinzip nur eins zu eins die Kabel umstecken. Einen Erfahrungsbericht zu diesem Radio reichen wir noch nach. Versprochen.

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