Aufstelldach: Platzwunder auf Knopfdruck?
17. Juli 2026Jeder Kastenwagen ist ein Kompromiss. Weil er außen kompakt ist, ist innen wenig Platz. Mehr Schlafplätze schafft ein Schlafdach. Das hat eine Menge Vorteile. Wir zeigen dir, worauf es ankommt und wie es funktioniert. (sponsored post)
Gerade für Familien ist ein Kastenwagen eine Herausforderung: wenn mehr als zwei Personen mit einem kompakten Fahrzeug unterwegs sein wollen, stellt sich sofort die Frage: wo sollen die schlafen? Sind die Kinder noch klein, geht das vielleicht im Eltern-Bett, aber die Probleme wachsen mit dem Kind. Eine sehr komfortable Lösung ist ein Aufstelldach, das nicht nur für den Nachwuchs eine komfortable Schlafmöglichkeit bietet. Lohnt sich die Investition und ist es auch für Paare eine Option?
Was ist eigentlich ein Aufstelldach?
Kurz gesagt: Ein Aufstelldach oder Schlafdach ist ein aufklappbares Zusatzdach für Campingbusse und Kastenwagen. Es funktioniert wie ein integriertes Zweimannzelt mit Hartschale auf dem Autodach, das sich bei Bedarf mechanisch oder elektrisch aufstellen lässt. Während der Fahrt liegt das Dach flach und aerodynamisch auf dem Fahrzeug auf. Erst am Ziel entfaltet es per Knopfdruck oder Handgriff sein volles Potenzial und schafft eine komplette zweite Etage. Wir haben das eine Woche lang mit einem Corigon CV65 S* ausprobiert und im heißen Sommer sehr genossen.
Inhalt
Aus welchen Komponenten besteht ein Schlafdach?
Ein modernes Aufstelldach besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: Zum Ersten die feste Außenschale oder Hardtop, die meist aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) besteht. Im geschlossenen Zustand schützt sie das Fahrzeug vor Wind, Wetter und Diebstahl. Sie fügt sich nahtlos in die Linie des Kastenwagens ein. Zweitens der Zeltbalg (die Wände), die das Hardtop mit dem Fahrzeug verbinden, bestehen aus hochreißfestem, wasserabweisendem und meist atmungsaktivem Outdoorgewebe.
Moderne Dächer haben integrierte Fliegengitter, Verdunkelungen und oft sogar eine Panorama-Funktion, bei der sich die Vorderseite und einen Teil der Seiten komplett per Reißverschluss öffnen lässt. Drittens gibt es noch das Bett im Inneren. Es besteht normalerweise aus einer unterfederten Matratze. Um ins Dach zu gelangen, benötigt man eine Leiter, die entweder als Teleskop-, Falt- oder zweiteilige Leiter ausgeführt ist.
Wie funktioniert ein Schlafdach?
Übrigens: das Aufklappen des Daches geht ganz einfach. Man muss nur die Verriegelung lösen und dem mit Gasdruck-Dämpfern gefederten Mechanismus einen kräftigen Schubs geben, schon ist es fast schlaffertig. Dann noch schnell die Leiter anstellen und auf ins Schlafvergnügen. Zurück ist es ähnlich. Leiter verstauen, kräftig ziehen und dann gut verriegeln. Schon kann es losgehen.
Vorteile Aufstelldach
Na klar, das Aufstelldach oder Schlafdach kann die Lösung für den Spagat zwischen Alltagstauglichkeit und viel Komfort unterwegs sein. Das Auto bleibt kompakt und gewinnt quasi einen zusätzlichen Raum. Wir haben das eine Woche lang mit einem Corigon CV65 S ausprobiert. Schauen wir erstmal auf die Vorteile:
Mehr Schlafplätze bei fast identischer Außengröße
Von Haus aus bieten die meisten Kastenwagen zwei Schlafplätze, egal ob sie nur 5,40, 6, oder 6,40 Meter lang sind. Weitere Schlafplätze sind optional, gängig ist es, ein Kind in der umgebauten Dinette unterzubringen. Viele Hersteller bieten so ein Bett als Zusatzoption an. Das hat dann allerdings zur Folge, dass der Eingang und auch der Durchgang nach hinten blockiert sind. Wenn alle gleichzeitig ins Bett gehen und auch wieder aufstehen, ist das kein Problem. Für Eltern kann es eine Lösung sein, über die Hecktür ins Bett einzusteigen, wenn der Nachwuchs vorne schläft. Oder man muss eben vorsichtig drüberklettern.
Außerdem gibt es Betten, die quer auf den in Fahrtrichtung gedrehten Vordersitzen angebracht werden. Eine gute Lösung für jüngere Kinder, die allerdings ruhig schlafen sollten. Denn oft genug betätigen sie während des Schlafs die Hupe, die ja hier in unmittelbarer Reichweite ist. Es wäre also rein theoretisch möglich, zwei Kinder im vorderen Bereich des Kastenwagens unterzubringen.
Es gibt auch Lösungen mit breiten Stockbetten hinten, die dann aber sowohl platz- als auch lüftungstechnisch eine Herausforderung sind. Ideal ist es für Familien, wenn sie auf ein Aufstelldach setzen. Denn oben im Dach können problemlos zwei Erwachsene oder Kinder längs schlafen, der Kopf liegt bei den meisten Varianten in Fahrtrichtung. Das Bettzeug kann bei zugeklapptem Dach oben bleiben, sodass es unten im ohnehin schon engen Kastenwagen mehr Platz für andere Dinge gibt. So ein Schlafdach, wie wir es bei einem Corigon CV65 S* ausprobiert haben, ist wirklich eine komfortable Sache.
Dir gefällt das Aufstelldach von Corigon? Es gibt weitere Kastenwagen von der Marke*:
- CV55 D – 5,41 m – Querbett
- CV60 D – 5,99 m – Querbett
- CV60 S – 5,99 m – Einzelbetten
- CV65 S – 6,36 m – Einzelbetten
Getrennte Schlafmöglichkeiten im Aufstelldach
Anders als bei zusätzlichen Betten unten im Kastenwagen bietet das Schlafdach mehr oder weniger einen zusätzlichen Schlaf“raum“, der vom Rest des Fahrzeuges ziemlich abgekoppelt ist. Wer hier oben schläft, hat tatsächlich Privatsphäre, was vor allem für größere Kinder wichtig sein kann. Auch Paare, die lieber getrennt schlafen, haben auf diese Weise Rückzugsmöglichkeiten, genauso wie Freunde, die gemeinsam unterwegs sind. Gerade bei kürzeren Kastenwagen mit 5,40 oder 6 Meter Länge ist das ein großer Raumgewinn, der ansonsten nur mit einem Zelt oder Dachzelt zu erreichen wäre.
Komfortables Dachbett
Anders als die mehr oder weniger improvisierten Zusatzbetten (die ja nicht umsonst so heißen) bietet ein Aufstelldach ein wirklich vollwertiges Bett, das unterfedert und mit einer bequemen Matratze ausgestattet ist. Unter der Matratze kommt entweder ein klassischer Lattenrost oder Tellerfedern zum Einsatz.
Je nach Basisfahrzeug und Hersteller des Dachs ist das Bett ein wenig größer oder kleiner. Bei unserem Corigon CV65 S* ist es für zwei Erwachsene mit einer Größe von 2,09 x 1,43 Metern mehr als ausreichend und sogar größer als das Bett in unserem Clever Celebration, das auf circa 1,95 x 1,40 Meter kommt. Gerade für groß gewachsene Menschen ist die üppige Länge von mehr als zwei Metern sicher ein gutes Argument.
Panorama-Ausblick und echtes Campinggefühl
Wann hast du zuletzt im Zelt geschlafen? Eben! Das Schlafen im Aufstelldach fühlt sich an wie im Zelt, nur besser. Warum? Weil du erstens eine richtig gute Schlafunterlage hast (s.o.). Zweitens hast du um dich herum den so genannten Zeltbalg, eine Zeltplane, die die Seitenwände deines Schlafdachs bildet. Sie ist wasser- und blickdicht, normalerweise. Du kannst sie aber im vorderen Bereich an drei Seiten öffnen und dann ein 270-Grad-Panorama genießen. Oben hast du anders als im Zelt ein Dach aus GFK, das dich sehr gut schützt. Bei Regen hast du keinen Ärger mit eindringendem Wasser von oben oder unten.
Achte also darauf, dein Fahrzeug so aufzustellen, dass du vom Bett aus die schöne Aussicht auch genießen kannst. Falls du Angst vor Mücken, Spinnen oder sonstigen Insekten hast, vergiss es! Dort, wo du die Zeltplane öffnest, ist alles per Fliegengitter sicher vor den lästigen Plagegeistern gemacht. Und wenn du einen völlig ungetrübten Blick nach draußen willst, kannst du das Fliegengitter auch noch öffnen. Du siehst also: das Schlafdach ist wie ein Zelt, nur noch viel besser, weil es ja außerdem ganz oben ist. Du kannst also meistens über die anderen Fahrzeuge oder andere Hindernisse leicht hinüberschauen. Gut oder?
Schlafdach: Luftig im Sommer
Ein Kastenwagen ist und bleibt eine Blechdose, trotz aller Isolation. Wenn im Sommer die Sonne den ganzen Tag das Fahrzeug erwärmt, ist es drinnen heiß. Es dauert seine Zeit, bis am Abend die Hitze weicht, auch wenn man gut lüftet. Ein Dachlüfter kann Wunder wirken, eine Klimaanlage erst recht. Viel einfacher jedoch geht es mit einem Aufstelldach: einfach aufmachen, Zeltbalg öffnen und frische Luft genießen. Das gilt übrigens sowohl für das Schlafdach selbst als auch für den gesamten Kastenwagen.
Denn durch den großen und bei geöffnetem Dach gut belüfteten Dachausschnitt kommt auch im unteren Bereich des Fahrzeugs mehr frische Luft an, besonders wenn gleichzeitig die Schiebetür geöffnet ist. Warme Luft steigt nun mal auf und das tut sie in diesem Fall besonders schnell.
Nachteile Aufstelldach
Ein Aufstelldach hat eine Menge Vorteile, aber leider hat es – wie alles – auch seine schlechten Seiten. Es ist wie so oft eine Abwägung, welche Argumente für dich die richtigen sind. Wir können hier nur das nennen, was du bei deinen Überlegungen für oder gegen ein Schlafdach in Erwägung ziehen solltest. Entscheiden musst du am Ende selbst…
Kalt im Winter
Bestimmt hast du dir schon diese Frage gestellt: eine Zeltplane als Wand, das ist doch im Winter bestimmt kalt? Und die Antwort heißt natürlich ja. Es gibt zwar Innen-Isolierungen, die du in deinem Schlafdach anbringen kannst, aber die wirken natürlich nicht wie eine isolierte Kastenwagen-Wand. Und auch, wenn es in vielen Kastenwagen sogar einen zusätzlichen Heizungsauslass in Richtung Schlafgemach gibt, im Winter kann es da ganz schön kalt werden.
Es gibt sicher Menschen mit warmen Schlafsäcken, denen das nichts ausmacht, aber so ein Aufstelldach ist eher etwas für den Sommer, wo es seine Vorteile auch ganz besonders gut ausspielen kann. Im Frühjahr und Herbst ist es – je nach Wetterlage – gut nutzbar. Bedenken sollte man auch, dass natürlich die Kälte von oben in das gesamte Fahrzeug eindringt und so auch für alle, die sich unten aufhalten, eine Beeinträchtigung darstellen kann.
Weniger Platz auf dem Dach
Es mag trivial klingen, aber wer ein Aufstelldach hat, kann auf seinem Kastenwagendach weniger unterbringen. Das gilt sowohl für die Heki genannten Dachluken als auch für anderes Zubehör wie zum Beispiel Solarpanels, Dachboxen oder Trägersysteme für das Sport-Equipment. Während im Fall der Solarpanels durchaus Möglichkeiten wie geklebte leichte Module aus Kunststoff vorhanden sind, ist es bei den anderen Optionen schwierig bis unmöglich. Auch die Markise kann nicht am Dach, sondern nur mit einer speziellen Befestigung an der Seite angebracht werden.
Wenn über dem normalen Dach eine GFK-Schale befestigt ist, können dort keine Dachluken ausgeschnitten werden, die ja ohnehin wegen der das fast gesamten Dach bedeckenden Matratze gar nicht möglich sind. Über der Ausstiegsluke ist ein Heki machbar. Unten im Kastenwagen ist es also mit einem Schlafdach dunkler und stickiger. Frischluftfanatiker, die viel unten schlafen wollen, sollten deshalb auf jeden Fall so viele Seitenfenster wie möglich als Option wählen. Und auch in der Nasszelle ist kein Heki möglich, sodass hier ausschließlich über das Fenster gelüftet werden kann, eine Überlegung, die für Freisteher und Vielduscher wichtig sein könnte.
Freistehen adé
Es mag Zeitgenossen geben, die das nicht gern hören, aber: das Aufstellen eines Schlafdachs ist Camping und kein Parken, genauso wie es eben das Aufstellen eines Zeltes ist. Wer also gern möglichst diskret und unauffällig mit seinem Wohnmobil in der Natur stehen will, sollte sich überlegen, ob ein Aufstelldach das Richtige für ihn ist.
Es geht dabei nicht nur um eventuell anstehende Strafen, sondern schlicht darum, die Regeln zu respektieren und damit langfristig dafür zu sorgen, dass Freistehen weiterhin an möglichst vielen Stellen noch möglich ist.
Aufstelldach bei schlechtem Wetter
Selbstverständlich kann man ein Schlafdach auch bei schlechtem Wetter nutzen. Normaler Regen ist kein Problem, denn die wasserabweisenden Zeltwände halten Regen gut ab, ebenso wie das GFK-Dach. Anders ist es bei extremem Wind oder Sturm. Hier bietet die riesige Fläche, die bei aufgeklapptem Dach entsteht, eine ebenso riesige Angriffsfläche für den Wind. Bei solcher Witterung sollte man im Zweifel das Dach zu lassen.
Ebenso ist es keine gute Idee, das Aufstelldach bei Gewitter zu öffnen. Erstens können Wind oder Böen für böse Überraschungen sorgen. Aber zweitens – und viel wichtiger: das Schlafdach bietet keinen Blitzschutz. Bildet bei einem Kastenwagen aus Metall die Karosserie des Fahrzeugs einen so genannten Faradayschen Käfig und schützt so vor einem Blitzeinschlag, ist das oben im Dach nicht der Fall. Man sollte also auf jeden Fall bei Gewitter das Dach schließen und kann es dann nach dem Unwetter wieder öffnen.
Was kostet ein Aufstelldach für Camper und Kastenwagen?
So ein Aufstelldach bietet eine Menge Vorteile. Und weil es eine sehr aufwändige Zusatzausstattung ist, dürfte diese Option in der Bestellung eines Neufahrzeuges neben einem stärkeren Motor die wohl kostspieligste Wahl sein. Je nach Hersteller und Art des Daches sind zwischen 5.000 und bis zu knapp 10.000 Euro realistisch. Die Kosten hängen auch davon ab, ob die Außenschale des Dachs in Wagenfarbe lackiert werden soll oder im Urzustand bleiben kann. Manche Dächer sind von Haus aus schwarz, andere weiß.
Mehrgewicht Schlafdach
Wenn du etwas Großes aufs Dach packst, wird dein Kastenwagen schwerer, so viel ist klar. Beim Aufstelldach kannst du mit einem Mehrgewicht des Fahrzeugs zwischen 70 und 115 Kilogramm rechnen, je nach Hersteller und Größe. Das Dach selbst inklusive seiner kompletten Ausstattung kommt eigentlich auf 80 bis 135 Kilo, aber da ein großer Teil des Original-Metalldachs ausgeschnitten wird, vermindert sich das Gesamtgewicht um das Ausschnittgewicht.
Wenn du ein neues Fahrzeug konfigurierst, kannst du normalerweise direkt im Konfigurator sehen, welches zusätzliche Gewicht das Schlafdach mit sich bringt. Gerade bei Familien zählt oft jedes Kilo und man sollte genau abwägen, ob es nicht eine leichtere Alternative sein kann, größere Kinder im eigenen Zelt unterzubringen. Gerade die langen Fahrzeuge mit einer Länge von 6,36 Metern sind von Haus aus schon sehr schwer und mit dem Schlafdach kannst du schnell die 3,5 Tonnen-Marke reißen.
Wohin mit der Leiter?
Wenn du in dein Aufstelldach kommen willst, brauchst du normalerweise eine Leiter. Es gibt wohl auch Akrobatik-Spezialisten, die über Tisch und Sitzlehnen nach oben krabbeln, aber Standard ist das nicht. Abends und nachts, wenn jemand im Dach ist, steht die Leiter normalerweise dort, wo sonst der Tisch der Dinette zu finden ist. Mit dem gemütlichen Sitzen am Tisch ist dann also Schluss und der Tisch benötigt in dieser Situation auch seinen Platz.
Und auch während der Fahrt muss die Leiter sicher verstaut sein. Meistens bietet sich dafür das Fach über dem Fahrerhaus an. Wenn es eine mehrteilige Leiter ist, kann es sein, dass sie klappert, aber das bekommt man meistens gut in den Griff. Die Fahrzeughersteller haben einige Ideen, wie man die Leiter gut und sicher verstaut.
Aufstelldach: man muss wissen, was man will
Die Abwägung für oder gegen das Aufstelldach ist wie so oft höchst individuell. Wir haben die Übernachtung im Aufstelldach des Corigon CV65 S im heißen Sommer sehr genossen. Es war wunderbar luftig und die Aussicht grandios. Trotz allem muss man abwägen, welche Aspekte eines Schlafdaches einem am wichtigsten sind. Am besten, du machst dir eine Liste mit den von uns genannten Themen und vergibst für dich und deine Familie Plus- und Minuspunkte. Am Ende wirst du sehen, wo du die meisten Punkte sammelst. Eine gute Idee ist es, dir vor der Entscheidung mal einen entsprechenden Camper zu mieten, damit du das in Ruhe ausprobieren kannst.
Mehr über Corigon:
Transparenzhinweis: dieser Beitrag wurde durch die Firma Corigon finanziell unterstützt.


