Android-Radio im Wohnmobil

Android-Radio im Wohnmobil

8. Mai 2019 4 Von Frauke von Clever unterwegs

Keine Angst vorm Chinakracher

Mit unserem Radio-Navigationsgerät Xzent X-F220* waren wir von Anfang an nur mäßig zufrieden. Deshalb musste etwas anderes her. Dass das für uns ein Verlustgeschäft wurde… geschenkt. Wir wollten einfach mehr Flexibilität bei der Nutzung. Wahrscheinlich sind wir zu verwöhnt von unseren Smartphones. Deshalb haben wir auf ein Gerät vom Chinamann gesetzt: ein Android-Radio von Pumpkin*. Und das ist überraschend gut.

Naviceicer Xzent X-F220
Das war unser Xzent X-F220. Es war nicht schlecht, aber nicht genau das, was wir uns vorgestellt hatten.

Von Anfang an hätte ich am liebsten ein Gerät gehabt, das im Grunde nur ein Radio mit Bildschirm ist, auf dem der Inhalt meines Smartphones angezeigt wird. Warum? Wir hören zu 99,9 Prozent Radio, sehr selten streamen wir Musik. Deshalb ist ein Radio ganz praktisch, denn in vielen Gegenden Deutschlands ist ja leider die Versorgung mit mobilem Internet so schlecht, dass Radio-Streaming keine Option ist. Ein Radio ist also ein Muss.

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Es geht auch ohne Camper-Navi

Was uns auch wichtig ist, ist ein Navigationsgerät. Zunächst dachten wir, dass wir mit dem Kastenwagen nicht ohne ein spezielles Camper-Navi auskommen. Das ist uns inzwischen aber nicht mehr so wichtig. Na klar ist es schön, wenn man Breite, Höhe und Gewicht seines Fahrzeugs eingeben kann und dann sicher ist, dass die Straße weder zu eng noch die Brücken zu flach sind.

Aber: wir fahren ja keinen Panzer. Mit dem Kastenwagen kommt man an den meisten Stellen noch durch, an dem ein Alkoven dann doch zerschellen würde. Dazu kommt: wir können bei diesem Gerät ja jede Lkw- oder Wohnmobil-Navigations-App installieren und sind dadurch flexibel. Gestartet sind wir mit Google Maps und (zur Sicherheit) Here mit Offlinekarten für Deutschland. Denn leider ist ja in Deutschland mobiles Internet nicht flächendeckend verfügbar, sodass an solchen Orten das Starten der Navigation in der Regel nicht möglich ist.

Google Maps auf dem Android-Radio

Google Maps ist unser Favorit

Die für uns beste Navigation ist immer noch Google Maps. Immer aktuelle Karten und auch die Verkehrsdaten sind wirklich gut. Weil wir leider häufig genau dann unterwegs sind, wenn auch viele andere fahren, ist das für uns ein wichtiges Kriterium. Wir gehören zur arbeitenden Bevölkerung und nutzen bevorzugt verlängerte Wochenenden und eben ganz normale Wochenenden. Gerade freitags sind Verkehrsinformationen für uns ein Muss.

Genau hier begann schon die erste Schwachstelle des Radios von Xzent*: man hätte zwar theoretisch Google Maps per Smartphone-Kopplung nutzen können. Aber leider gestaltete sich das Koppeln des Gerätes mit unseren sehr aktuellen Android-Smartphones sehr schwierig. Die Software der Smartphones war immer aktueller als die des Radios, sodass eine Kopplung mit der dafür vorgesehenen App nicht klappte. Kaum war ein Update für das Radio auf dem Markt, gab es auch schon wieder eine neue Android-Version. Und irgendwie sind die Entwickler von Xzent nicht so richtig schnell. Wir wollten aber auch nicht auf die Updates der Smartphones verzichten. Schließlich geht es da auch um Sicherheit.

Android-Radio bietet Flexibilität

Diese zwei Punkte waren für uns der Beweggrund, auf ein Android-Radio zu setzen. Die renommierten Hersteller haben solche Systeme bisher nicht im Angebot, sodass es hier zwingend ist, auf ein Produkt aus China auszuweichen. Wir waren am Anfang nicht so sicher, ob die Qualität der Geräte mit denen der anderen Hersteller mithalten kann. Wir finden aber, dass weit über 1.000 Euro eine Menge Geld für ein Autoradio sind.

Viele Apps auf dem Android-Radio
Die Apps wählen wir selbst aus.

Deshalb haben wir uns für das Android-Gerät vom Hersteller Pumpkin* mit aktuellem Android entschieden. Diese Geräte gibt es bereits seit ein paar Jahren und wir gingen bei der Anschaffung davon aus, dass das zumindest dafür spricht, dass sich Pumpkin am Markt behaupten kann. Wir hoffen, dass der Hersteller die Software einige Jahre aktuell hält. Das Radio kann alles, was unser Xzent auch kann. Und noch mehr.

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Mit dem Androiden immer aktuell

So lässt es sich problemlos mit der Rückfahrkamera koppeln und ist mit Navigation ausgestattet. DAB+ ist nicht von Haus aus an Bord, deshalb haben wir uns noch ein DAB+ Empfangsteil* gegönnt. Allerdings hat das Pumpkin Radio kein CD- oder DVD-Laufwerk an Bord. Das hatten wir aber auch vorher nicht genutzt. Von daher fehlt es uns nicht. Nicht nur die Android-Firmware lässt sich spielend aktualisieren. Auch sämtliche auf dem Gerät installierten Apps lassen sich immer aktuell halten, ganz wie beim Smartphone. Das geht bequem per WLAN. Weil unser Kastenwagen im Hof direkt neben unserem WLAN-Router parkt, ist die Versorgung mit aktueller Software für uns ein Kinderspiel. Damit wir auch alles, was wir wollen, auf dem Radio speichern können, haben wir ihm noch eine SD-Karte spendiert. Darauf können wir zum Beispiel Kartendaten für die Navigation speichern.

DAB-Z auf dem Android-Radio

Auf DAB+ haben wir gesetzt, weil die Tonqualität bei dieser Technik einfach viel besser ist. Wir hatten auch die Hoffnung, dass der DAB+ Empfang mit dem Android-Radio besser wäre als beim Xzent. Das war leider nicht der Fall. Warum das so ist? Die Original-Antenne vom Jumper ist einfach zu kurz. Aber das ist ein anderes Thema, dafür kann das Radio nichts. Leider war der DAB+ Empfang von Anfang an unser Sorgenkind. Das haben wir inzwischen im Griff. Es liegt aber nicht am Radio.

UKW-Radio auf dem Pumpkin Android-Radio
UKW funktioniert auch

Android-Radio klingt besser

Nun, was leistet jetzt das Android-Radio? Zunächst einmal hat es einen besseren Klang, nicht nur beim Abspielen des DAB+ Radios. Damit hatten wir nicht gerechnet. Dazu kommt, dass die Display-Auflösung besser ist, was sich vor allem bei der Rückfahrkamera bemerkbar macht. Auch das hat uns überrascht. Außerdem können wir genau die Apps installieren, die wir auch haben möchten. Das sind nicht nur Navigations-Apps, sondern auch alle Camping- und Stellplatz-Apps, die wir so mögen. So können wir einen Stellplatz suchen und nahtlos dorthin navigieren. Das ist praktisch für uns.

Bei allen positiven Eigenschaften war es am Anfang etwas problematisch. Denn die Chinesen nehmen es nicht so genau mit den Maßen. Das sorgt dafür, dass das Android-Radio zwar nominell ein Doppel-DIN-Gerät ist. In der Praxis passt es aber zu keinem der gängigen Einbaurahmen. Wir mussten etwas basteln, um das wirklich hinzubekommen. So richtig zufrieden sind wir nicht, aber fürs Erste ist es so ok, bis uns etwas besseres einfällt. In diesem Punkt lag das Gerät von Xzent vorn. Denn das war genau an die Gegebenheiten im Jumper angepasst und wurde mit dem passenden Einbaurahmen geliefert. Der hat dann auch wirklich gepasst.

Einbau war leicht

Stecker für das Android-Radio

Der sonstige Einbau war übrigens kinderleicht. Da ja bereits vorher ein vergleichbares Gerät im Fahrzeug war, mussten wir nur die Stecker umstecken. Ich bin jetzt wirklich keine Fahrzeug-Elektrikerin, aber das hätte ich auch allein hinbekommen. Alle Stecker und Kabel waren gut beschriftet, sodass das Umstecken leicht von der Hand ging. Nur die Verbindung zur Antenne hat nicht auf Anhieb gepasst. Aber dafür gibt es verschiedene Adapter*, mit deren Hilfe sich eine gute Verbindung herstellen lässt.

War waren im Vorfeld sehr skeptisch, ob wir das selbst hinkriegen. Schließlich hängt ja an dem Radio auch die Rückfahrkamera. Und die soll sich automatisch einschalten, sobald man den Rückwärtsgang einlegt. Die gute Nachricht ist: genauso macht sie es. Anders als beim alten Gerät zeigt sie jetzt sogar den Abstand in rot, gelb und grün.

Das Video zeigt, wie man ein Android-Radio einbaut. Ist allerdings in englischer Sprache…

Radioempfang verbessern: Antenne ist wichtig

Längere Dachantenne auf dem Clever Celebration für besseren Empfang
Längere Antenne wirkt Wunder

Was ihr allerdings für das DAB+ Radio auf keinen Fall verwenden dürft, ist die mitgelieferte Klebeantenne. Die ist für Pkws ok. Die Karosse des Kastenwagens reflektiert das Signal jedoch so sehr, dass damit kein guter Empfang möglich ist. Die Original-Dachantenne ist auch nicht der Hit. Wir haben sie inzwischen ersetzt durch eine längere Dachantenne. Die Original-Antenne misst nur 37 Zentimeter und ragt nicht über das Dach hinaus. Genau da liegt aber das Problem.

Jede Antenne, die höher ist als das Dach, liefert einen besseren Empfang. Und zwar sowohl für analoges als auch für digitales Radio. Wir haben jetzt eine Toyota-Stabantenne, die deutlich länger ist als das Original. Für unter 10 Euro gab es die beim Toyota-Händler um die Ecke mit der Toyota-Teilenummer TOY 86309-0H010. Das Anbringen ist ganz einfach: Leiter außen ans Fahrerhaus anstellen, raufklettern, Antenne mit der Hand abschrauben, neue fest draufschrauben. Fertig. Seitdem haben wir einen prima Radio-Empfang.

Fazit zu unserem Android-Radio von Pumpkin

Im großen und ganzen sind wir zufrieden. Man kann immer etwas meckern, zum Beispiel, dass der Rahmen nicht so richtig passt. Die Funktion des Radios ist jedenfalls top. Und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt für uns. Wie lange das Gerät letztendlich hält, wissen wir nicht. Aber das kann man ja bei keinem Autoradio vorhersagen. Wir fahren jedenfalls erstmal weiter mit unserem kleinen Kürbis.

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